Unerfüllte Erwartung

Die Menschen sind von zwei sehr wesentlichen Sehnsüchten erfüllt. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass das Bedürfnis, sich wichtig zu fühlen, stärker ist als die physiologischen Bedürfnisse. Die Sehnsucht, wichtig zu sein, ist sehr stark. Durch sie unterscheiden wir uns von den Tieren. Deswegen tragen Menschen Markenkleidung und kaufen Luxusautos und -waren. Das führt dazu, dass viele junge Menschen Mitglieder von Straßenbanden werden. Die zweite Hälfte unserer Sehnsucht ist, wie Gott zu sein: der Wunsch nach Vereinigung, nach tiefem Einklang und Harmonie. Deshalb sehnen wir uns nach Freunden, gründen Clubs, Clans und Vereine und verlieben uns. All das kennzeichnet das Leben Gottes in der Gemeinschaft der heiligen Dreifaltigkeit. Zu diesem Leben sind wir von Gott berufen und dafür bestimmt.

Das Problem ist, dass diese Wünsche ohne und außerhalb Gottes verurteilt sind, unerfüllt zu bleiben. Die Sünde bedeutet, dass wir Gott in der Praxis verlassen haben und die Erfüllung dort begannen, wo sie nicht ist oder nicht sein kann. Mit anderen Worten: an einem Ort, der Gott gehört, haben wir andere Dinge eingereiht, und wir erwarten, dass sie uns Gott ersetzen. Das ist natürlich naiv. Wenn wir nachdenken, unsere Wünsche und Gefühle erforschen und feststellen, dass dahinter ein kraftvolles Auto, ein gemütliches Zuhause, ein wunderschöner Garten, fesselnde Musik, aufregender Sex, Sport und eine Karriere stehen. Wir alle suchen nach einem verlorenen Paradies. Es gibt keine unerfreulichen Dinge in der Welt oder in unserem Leben. Die Dinge werden schlecht, wenn wir sie am falschen Ort geben. Wenn wir von ihnen etwas erwarten, das sie uns nicht geben können. Es gibt nichts Besseres als gute Musik, gutes Essen und guten Wein. Aber wenn wir anfangen, die Ekstase des Himmels von der Musik zu erwarten.

Vom Essen die Beseitigung des Hungers, der nicht nur im Bauch ruht, sondern auch im Herzen, und vom Wein Heilung und Lösung aller Probleme. Und von sexueller mystischer Erfüllung. Die Kirche schätzt hoch das wunderbare Schenken der Ehegatten, die Tat, in der Gott und Mensch einen neuen Menschen bilden. Wenn es nicht so wäre, könnte die Kirche die Ehe als Sakrament betrachten? Aber sie spricht sich dagegen aus, dass Sex Gott ersetzt. Und was ist die Musik? Musik ist kein Instrument der Belustigung und Heiterkeit mehr. Wir suchen in ihr nach Ekstasen, die Mystiker mit Gott erlebt haben, und wollen, was wir anstelle Gottes erleben. Vor allem Jungen hängen Bilder ihrer Lieblingssänger an die Wand, hören ihre Lieder an und stellen am Ende fest, dass auch Musik nicht Gott ist. Und der Durst bleibt  unerfüllt. Keine irdischen Freuden, keine technischen Errungenschaften können Gott ersetzen. Wenn wir Gott durch diese Dinge ersetzen wollen, werden sie schlecht.