Montag der 33. Woche Lk 18,35-43

Jesus, der den Blinden aus dem heutigen Evangelium  die Sehkraft zurückgegeben hat

Was für eine Ironie! Wir haben einen blinden Mann inmitten einer Menschenmenge, die sieht – und doch „sieht“ dieser Mann Jesus deutlicher als jeder andere, der gesunde Augen hat! Obwohl jeder versucht, ihn zum Schweigen zu bringen – vielleicht wegen Verlegenheit oder falscher Wahrnehmung von Ehrfurcht -, wusste dieser Mann, wer Jesus war. Er wusste, dass Jesus niemanden übersehen würde, der zu ihm ruft. Und nicht nur seine Wahrnehmung war korrekt – dieser Mann hörte auch sehr gut zu!

Jesus, du hast Blinde sehend gemacht. Herr, erbarme dich unser.

Du kamst als das Licht der Welt. Christus, erbarme dich unser.

Du hast uns die Geheimnisse deines Reiches offenbart. Herr, erbarme dich unser

Was wäre, wenn dieser Mann der Menge zuhörte und den Mund schloss? Er würde nicht geheilt werden! Aber er hörte auf die heiligen Schriften, in denen verkündet wurde, dass der Messias aus Davids Abstammung hervorgehen würde: „Ich habe meinem Diener David geschworen: Ich werde deine Familie für immer gründen und deinen Thron für die letzte Generation aufstellen“ (Ps 89,3). Anstatt auf die Menschen um ihn herum zu hören, entschied er sich, auf Gottes Wort und die Stimme des Geistes zu hören und ihn zu drängen, im Glauben zu weinen!

Was für ein Vorbild ist das für uns! Überall sehen wir Schwierigkeiten, die uns weismachen wollen, dass Gott im Leben der Menschen nicht mehr handelt. Wir hören Stimmen, die uns sagen, wir sollen uns nur auf uns selbst verlassen. Manchmal hören wir auf sie. Wir versuchen verschiedene Wege, bevor wir zugeben, dass wir das Problem allein nicht lösen können. Doch dann geschieht etwas, das uns aufrüttelt, und wir erinnern uns daran, wer Gott ist. Genau dann gilt: „Wenn wir uns mit Zuversicht dem Thron der Gnade nähern, empfangen wir Barmherzigkeit und finden Gnade und Hilfe zur rechten Zeit“ (Hebr 4,16).

Der Ort, an dem wir uns dem Gnade-throne nähern können, ist der eucharistische Tisch. Während jeder heiligen Messe ist Jesus bereit, uns zu begegnen, als er den bettelnden Blinden begegnete. Er möchte uns fragen: „Was soll ich dir antun?“ (Lukas 18:41) Wir müssen jedoch unsere Augen öffnen, um ihn zu sehen und auf seine Stimme zu hören, die in unseren Herzen flüstert. Dann werden wir gerne die Hilfe anfordern, die wir brauchen. Was soll Jesus heute für Sie tun? Für deine Familie. Für deine Freunde. Hab keine Angst im Glauben zu schreien.Er steht nicht fern von dir. Er ist nah, sehr nah, verborgen im Geheimnis des Altares und doch lebendig, gegenwärtig, voller Liebe. Er kennt bereits die Wunde, die du mit dir trägst, die Last, die dich beugt, und das stille Verlangen, das du vielleicht niemandem ausgesprochen hast. Und dennoch lädt er dich ein, es ihm hinzuhalten, so wie du bist: müde, hoffend, zerbrochen, erwartend.

Am eucharistischen Tisch ist kein Platz für Masken, sondern nur für offene Herzen. Dort flüstert seine Barmherzigkeit sanft: „Komm.” Komm mit deinem Hunger nach Frieden. Komm mit deiner Angst. Komm mit deiner Schuld. Komm mit deiner Familie. Komm mit allem, was du nicht allein tragen kannst. Denn Jesus ist nicht nur bereit zuzuhören, sondern auch zu heilen, zu stärken und neu zu machen.

Vielleicht ist dein Gebet heute nur ein Seufzer. Das ist genug. Vielleicht sind deine Worte klein. Das ist genug. Der Herr sieht nicht auf die Größe unserer Rede, sondern auf die Aufrichtigkeit unseres Glaubens. Wie der blinde Mann am Wegesrand dürfen auch wir rufen: „Jesus, Sohn Davids, erbarme dich meiner!“ Und er wird nicht vorübergehen, ohne sich zu dir zu wenden.

Bleibe also nicht schweigend am Rand stehen. Tritt im Glauben vor. Lege ihm dein Herz hin. Bitte ihn um das, was du wirklich brauchst: Heilung, Versöhnung, Kraft, Weisheit, Befreiung, Hoffnung. Der eucharistische Jesus ist derselbe, der die Kranken berühre, die Sünder aufrichtete und die Müden zur Ruhe einlud. Er verändert sich nicht. Seine Liebe ist heute dieselbe wie gestern.

Und wenn du dich klein fühlst, erinnere dich: Ein kleiner Glaube, in seine Hände gelegt, kann Berge bewegen. Ein einziges ehrliches Gebet kann ein Leben neu öffnen. Darum komm mit Zuversicht. Komm mit Erwartung. Komm und bitte. Denn der Herr, der am Tisch der Gnade wartet, freut sich darauf, dir zu begegnen.

Damit wir als Diener Gottes dazugewinnen, was uns verheißen ist, wagen wir, zum Vater zu beten. 

Damit wir im Frieden Rechenschaft über unser Leben ablegen können, wollen wir den Herrn bitten. 

Selig sind die, die vor dem Herrn bestehen, wenn er kommt, und an seinem Festmahl teilnehmen dürfen.