Unschuldige Kinder, Mt 2,13.18

Nur drei Tage nach dem Fest der Geburt des Herrn gedenkt die Kirche eines Ereignisses, das die Welt zu dieser Zeit erschüttern  musste. Rahel trauert um ihre Kinder und weigert sich, sich trösten zu lassen, denn sie sind nicht da (Jer 31,15). Das Ereignis, das der Evangelist Matthäus mit den Worten beschreibt: … er (Herodes) wurde sehr zornig und ließ alle  Kinder  zu  Bethlehem töten, die  da zweijährig  und darunter waren. (vgl. Mt 2, 16).

Jesus,Herodes wollte dich töten. Herr, erbarme dich unser.

Jesus, der Tod der Kinder rettete dein Leben. Christus, erbarme dich unser.

Jesus, die Unschuldigen krönst du mit Leben. Herr, erbarme dich unser.

Warum gedenkt die Kirche mit einem besonderen Fest dieses Verbrechens eines grausamen Herrschers kurz nach dem freudigen Fest der Geburt des Herrn? Diesen Gedanken haben sich sicher schon mehr als einer von uns gestellt. Überschattet nicht das Böse, das durch Hass und Angst um die Macht entsteht, die Freude über das Kommen der Liebe in Form eines unschuldigen Kindes in diese Welt? Die Antwort ist keineswegs einfach oder leicht. Die Kirche hat den Mut, auch dieses unerhörte Vergießen des Blutes unschuldiger Kinder mit einem besonderen Festtag zu gedenken, weil sie in der Kraft des Ostergeheimnisses gerade in solchen menschlich unbegreiflichen Situationen auf das unschuldigste aller Kinder, den Sohn Gottes, aufmerksam machen kann, dessen Opfer der himmlische Vater annahm, als er seinen Sohn unter schrecklichen Qualen am Kreuz verbluten ließ. Und die Unschuldigen von Bethlehem? Sie haben Anteil an dem Opfer, das Jesus Christus gebracht. Daran erinnert uns die Kirche im Morgenlob dieses Festes mit den Worten: Unschuldige Kinder starben für Christus, ein schurkischer König lass sie ermorden  Und nun folgen sie dem Lamm ohne Fehl und Tadel und rufen ohne Unterlass: „Ehre sei dir, Herr! Und im Tagesgebet: Himmlischer Vater, heute haben dich die Kinder von Bethlehem verherrlicht, nicht mit Worten, sondern mit dem Martyrium… Die Unschuldigen starben anstelle Jesu, was man von keinem anderen Märtyrer sagen kann, denn die Märtyrer starben als Zeugen, das heißt, weil sie an Jesus glaubten und ihn mit ihren Worten oder mit ihrem Leben bezeugten. Der Tod, den die Kinder von Bethlehem anstelle Jesu erlitten haben, bezeugt ihre unmittelbare Teilnahme an seinem Sühneopfer, und so verherrlichen sie durch ihren Tod den himmlischen Vater zusammen mit dem Sohn Gottes, der als Unschuldiger am Kreuz gestorben ist. Das Vergießen von Blut unschuldiger Kinder in Bethlehem, ist ein Bild für alle Ereignisse der Geschichte, bei denen Unschuldige gedemütigt, beleidigt, gefoltert und getötet wurden und werden. Es ist eine große Bewährungsprobe für den Glauben, an die Wahrheit, dass der Gekreuzigte und Auferstandene über den Hass, über alle Lästerungen gegen Gott und über die Beleidigungen der Menschen gesiegt hat. Diese Glaubensprüfung muss immer dann abgelegt werden, wenn wir über die dunkelsten Ereignisse der Menschheitsgeschichte nachdenken und sie mit der Botschaft vom Kreuz und der Auferstehung Jesu in Verbindung bringen. Gott ist Licht, und in ihm ist keine Finsternis, sagt der Apostel Johannes in seinem ersten Brief (Joh 1,5). Solche dunklen Ereignisse, für die wir keine „Erklärung“ haben, ins Licht zu rücken, zwingt uns, diese Tatsachen des Glaubens in Erinnerung zu rufen und sie mit vollem Ernst zu akzeptieren.

Gott ist  unser guter Vater, der  uns  Leben schenkt und bei  dem alle   Menschen   ihren Platz  finden können. Beten wir  voll Vertrauen.

Die Welt kennt Weinen und Wehklagen. Der Herr schenkt uns seinen Frieden. Ihn  bitten wir. 

Selig, die  ihr leben in die Hand Gottes gegeben haben und auferstehen werden zum ewigen Leben.

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