Bereitschaft, auf das Wort Gottes zu hören.

Leider wird unserer Zeit nachgesagt, dass viel und unnütz geredet und wenig oder schlecht zugehört wird. Erinnern wir uns daran, wie viel Schaden wir uns bereits selbst zugefügt haben, indem wir nicht aufgepasst haben, indem wir etwas nicht richtig beachtet haben, und indem die Botschaft für uns wichtig war. Die Schüler müssten nicht so viel lernen, wenn sie den Erklärungen des Lehrers mehr Aufmerksamkeit schenken würden.

Die Art und Weise, wie wir zuhören können, sagt auch etwas über uns aus, wie sehr wir eine Person respektieren und ihr gehorchen. Das gilt nicht nur für das gewöhnliche Leben, sondern auch für das Wort Gottes.

Das Evangelium erklärt ausführlich die Beziehung des Menschen zum gehörten Wort Gottes. Das Gleichnis vom Sämann ist eines der bekanntesten. Der Sämann ist Jesus Christus, die Saat ist sein Wort, der Boden sind die Hörer, die seine Worte auf unterschiedliche Weise aufnehmen. Der Schwerpunkt liegt auf der Ernte des Korns, das in den guten Boden gefallen ist. Jesus meint den Erfolg seiner Mission. Er berührt auch diejenigen, die eine ablehnende, gleichgültige oder oberflächliche Haltung einnehmen. Auf die Frage nach dem Sinn der Gleichnisse zitiert Jesus den Propheten Jesaja: „… damit sie sehen und nicht sehen, damit sie hören und nicht verstehen, damit sie sich bekehren und ihnen nicht vergeben wird“. (Jes. 6:9).

Diese Worte weisen auf das Schicksal eines verstockten Volkes hin. Sie werden zuhören und den Sinn nicht verstehen, sie werden sich nicht bekehren, und deshalb wird ihnen auch nicht vergeben werden, da sie selbst auch nicht dafür einstehen und damit ihr Heil verlieren werden. Wir sehen, dass der Herr Jesus selbst das Gleichnis erklärt hat. Sein Wort – das Korn ist gesund, es kann wachsen, es ist fähig, eine Ernte zu bringen. Der Sämann – Jesus Christus, der die Apostel drei Jahre lang lehrte, fährt fort, das Evangelium durch die Kirche zu verkünden.

Deshalb glauben wir, dass sich die Kirche nicht irren kann, denn sie hat von Christus die Garantie erhalten: Wer auf euch hört, der hört auf mich… Der Sämann und die Saat sind gut, aber ob die Ernte reichhaltig ausfällt, hängt von uns ab.

Prüfen wir uns selbst, nicht nur, wie wir bereit sind, auf Gottes Wort zu hören, sondern auch, wie wir es in unserem Leben in die Praxis umsetzen. Wie wir sie in unserem täglichen Leben wachsen lassen. Lassen Sie uns über die Anzahl der Predigten und die Überlegungen nachdenken, die wir gehört haben. Wie viele Lektionen, Ermahnungen haben wir im Sakrament der Versöhnung, aber auch in anderen Sakramenten gehört. Können wir sagen, dass all diese Worte auf guten Boden gefallen sind? Haben sie die vorhergesehene Ernte eingebracht? Haben sie sich in unserem Leben so niedergeschlagen, wie sie es hätten tun sollen? Niemand kann sagen, dass die Ernte einen hundertfachen Nutzen gebracht hat. Wir dürfen uns davon nicht entmutigen lassen, ganz im Gegenteil. Das Gleichnis vom Sämann soll uns dazu anregen, die Rolle des guten Bodens wieder ernster zu nehmen.

Es ist eine schöne Sache, wenn wir uns entschließen, alles in unserer Macht Stehende zu tun, um Gottes Wort verantwortungsvoll und ernst zu nehmen. Nehmen wir auch die sonntäglichen Lesungen und Predigten und die Auslegung der Texte genauso ernst. Vertiefen wir unser Wissen über die Heilige Schrift. Auf diese Weise sät Gott großen Reichtum in unsere Herzen. Lasst uns jedes Wort wertschätzen, das das Heil unserer unsterblichen Seele sucht.

Dieser Beitrag wurde unter Andere veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.