Zum Wesen zu gehen.

Ich bin kein Verfechter der Konflikttheorie, die besagt, dass nur der Konflikt die Dinge ordnen wird. Und je größer der Konflikt, desto größer die Veränderung und Ordnung. Karl Marx hat mit einer solchen Theorie viel Schlimmes angerichtet. Doch die Konflikte der letzten Zeiten ( Der Krieg in  der Ukraine, Putin Aussagen, steigende  Energiepreise, Sanktionen gegen Russland…) haben viele dazu gebracht, über die wesentlichen Fragen des menschlichen Lebens nachzudenken. Sie haben die Menschen zum Nachdenken gebracht. Es ist großartig, wie selbst Menschen, die sich bisher nicht für diese Dinge interessierten, begonnen haben, über die Frage der Freiheit (insbesondere der Redefreiheit), der Werte, der Rechte und Pflichten, der Anerkennung von Recht und Privilegien, des Wertes der Familie oder des Sinns der Ehe nachzudenken… Viele haben Wörterbücher, die Geschichte der Philosophie, die Geschichte des christlichen Denkens aufgeschlagen, um plausible Antworten auf diese Fragen des Lebens zu finden.

Wenn Sie über die vielen Fragen nachdenken, die Jesus in dieser Fastenzeit gestellt hat, sind Sie sicher zu dem Schluss gekommen, dass Christus sich nicht mit den Kleinlichkeiten des menschlichen Lebensverständnisses aufhält. Diese Jahreszeit bringt uns zum Kern des Lebens, zur Wahrheit über uns selbst und die Gemeinschaft, in der wir leben. Das heutige Evangelium macht dies noch deutlicher. Indem er von dem Leid spricht, das auf ihn zukommt – die Apostel denken über das menschliche Streben nach Macht und nicht nach Liebe und Aufopferung für den anderen nach -, sieht er sich gezwungen, sie zu ermahnen und sie auf die Wahrheit und das Wesentliche der Nachfolge hinzuweisen: „Wer aber unter euch groß werden will, der soll euer Diener sein. Und wer unter euch der Erste sein will, wird euer Diener sein.“

Die Gefahr, sich von der weltlichen Mentalität der Macht und des Kalküls mitreißen zu lassen, ist groß. Titel, Ehre, Positionen in der Gemeinschaft lassen einen weit von der Vorstellung Christi von einem Jünger-Knecht abdriften. Es wäre lächerlich, wenn jemand in die Kirche eintreten würde, weil er nicht in der Lage ist, sich in der Welt, im täglichen Leben, zurechtzufinden. Die Kirche ist keine Institution, die die Erscheinungsformen der Welt nachahmt. Es ist ein neuer Ort, der die Logik Gottes akzeptiert. Sie beruht auf dem Dienst und der Aufopferung für den anderen. Behalten wir dies im Auge und sehen wir mit offenen Augen die Möglichkeiten unserer Verwirklichung durch den Dienst am Nächsten. Unser Aktivismus soll nicht durch einen Konflikt mit jemandem ausgelöst werden, sondern durch die Freude, einem anderen ein Geschenk zu sein.

 

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