Donnerstag der 2 Fastenwoche Jer 17,5-10

Gott, der Herr, der alle segnet, die seinem Ruf folgen, sei mit euch.

Worauf setze ich mein Vertrauen? In mir selbst, in meinen Absichten, Verpflichtungen, Auflagen, Prioritäten? Oder vertraue ich auf  Gott, verlasse mich auf seine Kraft und Macht und erlaube ihm, meine Pläne zu lenken und mich im Detail wissen zu lassen, was er zu sagen hat? Natürlich ist es nicht falsch, Pläne für unser Leben zu machen – auch für diese Fastenzeit. Dies gilt insbesondere dann, wenn dieser Plan das Ergebnis von Gebet und Meditation ist. Es ist gut, Vorsätze für bestimmte Zeiten zu fassen, mehr Zeit dem Gebet zu widmen, ein körperliches Fasten zu verpflichten und großzügiger zu sein. Wenn wir etwas Konkretes machen, ist es einfacher zu bewerten, wie wir unser Versprechen gehalten haben.

Jesus, du hast dich dem Willen des vaters überlassen. Herr, erbarme dich unser.

Du hast uns das Leben einer neuen Welt verheißen. Christus,erbarme dich unser.

Du belebst unseren Glauben durch die Botschaft der Kirche. Herr, erbarme dich unser.

Aber was passiert, wenn ich meinen Vorsatz breche, auch wenn es nicht meine Schuld ist? Wie reagiere ich, wenn ich es schaffe, in meiner Mittagspause zum stillen Gebet in die Kapelle zu laufen, dort aber einen Menschen sehe, der traurig schluchzt? Wird die Liebe, die der Herr in meinem Herzen für diese Person hat, in mir erwachen, und werde ich ihr in der Zeit der Not helfen? Oder soll ich ihn einfach ignorieren und meinen ursprünglichen Plan verfolgen? Ich kann bis ins Detail planen, wie ich meinen Arbeitskollegen evangelisieren soll, aber alles ändert sich, als er mir erzählt, dass seine Frau ihn gerade verlassen hat und er am Boden zerstört ist. Kann ich von meinen ursprünglichen Plänen Abstand nehmen, improvisieren und darauf vertrauen, dass Gott meine Bemühungen segnet?

Lasst uns nach Wegen suchen, wie Gott uns in dieser Fastenzeit überraschen will. Vielleicht treffen wir jemanden zufällig und haben das Gefühl, wir sollten uns zurückhalten, „schnell“ sein und keine Ratschläge geben, sondern einfach zuhören, was die Person zu sagen hat. Oder wir lernen ein Buch kennen, das vorher nicht auf unserer Favoritenliste stand, das aber jetzt perfekt zu uns passt – und wir nehmen uns die Zeit, es zu lesen. Vielleicht erleben wir einen Moment heiliger Ehrfurcht oder wir leben ein Bedürfnis aus, das uns in die Knie zwingt. Vielleicht haben wir die Möglichkeit, etwas aufzugeben, das ein anderer als kostbaren Schatz hegt und schützt. Wenn wir solchen Gelegenheiten im Gebet begegnen, werden wir feststellen, dass Jesus uns viel näher ist, als wenn wir uns nur an unsere eigenen Gedanken und Meinungen klammern. Wenn wir unseren Glauben in dieser grundlegenden Weise leben, werden wir einen nie dagewesenen Frieden und sogar Stärke erfahren. Jesus, hilf mir, dir nahe genug zu kommen, um Menschen und Dinge mit deinen Augen zu sehen. Herr, ich möchte in deiner Liebe wachsen.

Als Schwestern und Brüder Jesu beten wir mit seinen Worten.

Gott schenkt uns mit den 40 Tagen der österlichen Bußzeit eine Zeit der gnade und Erneuerung. Mit dem Verlangen, in seinen Frieden heimzukehren, beten wir.

Wer über die  Weisung des Herrn nachsinnt bei Tag und Nacht, bringt seine Frucht zur rechten Zeit. 

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