Montag der 6. Osterwoche Apg 16,11-15

Jesus, der sagte: Dies  werden sie tun, weil sie weder den noch mich erkannt haben, sei mit euch. 

In der heutigen Lesung reist Paulus nach Europa, wo er Lydia, eine Händlerin, trifft. Was wie ein gewöhnlicher Tag am Fluss begann, wurde für Lydia und ihre Familie zu einer lebensverändernden geistlichen Begegnung. Lydia, eine Heidin, betete bereits den Gott der Juden an, aber Gott wollte, dass sie seinen Sohn Jesus kennenlernt. Lukas berichtet, dass Gott Lydia auf Paulus‘ Predigt hin das Herz öffnete und sie die erste Europäerin wurde, die sich zum Christentum bekehrte (Apostelgeschichte 16,14). Von diesem Moment an erlebte Lydia eine liebevolle und lebensspendende Beziehung zu Jesus.

Jesus, du hast uns den Heiligen Geist gesandt. Herr, erbarme dich unser.

Du hast uns zu Zeugen deines Wortes bestellt. Christus,erbarme dich unser.

Du öffnest die Herzen deiner Botschaft. Herr, erbarme dich unser.

Das ist das wahre Wesen der Bekehrung: Gott berührt unser Herz und wir beginnen, seine Liebe, unsere Sündhaftigkeit und unser Bedürfnis nach seiner Barmherzigkeit zu erkennen. Diese Empfänglichkeit zieht uns zu ihm hin, und so kann er beginnen, uns zu lehren, kann uns darin bestärken, seine Güte anzunehmen und den verlockenden Glanz des Bösen abzulehnen. Auch wenn die Geschichte der Lydia in der Apostelgeschichte kurz ist, können wir sicher sein, dass sie dort nicht endete, auch wenn Lukas nichts weiter über sie schrieb. Die Bekehrung inspirierte Lydia nicht nur dazu, die Taufe anzunehmen, sondern veranlasste sie auch, Paulus und seine Gefährten zu sich nach Hause einzuladen. Diese Großzügigkeit zeigt, dass „die Bekehrung auch in sichtbaren Zeichen, Gesten und Taten der Barmherzigkeit zum Ausdruck kommen muss“ (KKK 1430). Es zeigt auch, dass die Bekehrung kein einmaliges Ereignis ist, sondern ein lebenslanger Prozess. Sie beinhaltet eine ständige Offenheit für Gott und das Hervorbringen guter Früchte in Zusammenarbeit mit dem Heiligen Geist.

Wenn Gott uns weiterhin hilft, unser Herz für ihn zu öffnen, werden wir nach und nach verändert. Die wichtigste Veränderung, die wir erleben, ist nicht das Ergebnis eines spektakulären Ereignisses, sondern das Ergebnis der alltäglichen Ereignisse unseres Lebens. Wir lassen die Spuren des alten Lebens hinter uns – Egoismus weicht dem Dienen, Zeitverschwendung wird zu einer Gelegenheit für das Gebet, und die Anerkennung Gottes verdrängt das menschliche Lob. Lasst uns also die Tür unseres Herzens weit offen halten, damit Jesus uns nach seinem herrlichen Bild umgestalten kann!

Da, der Vater uns alles geben wird, was wir im Namen seines Sohnes erbitten, lasst uns voll Vertrauen sprechen. 

Wachsam für die Stunde des Herrn heißt immer , verharren in seinen Frieden. Um seinen Frieden bitten wir.

Selig, die in der Liebe  Gottes bleiben, bis der Herr wiederkommt.

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