Die Trauer der Jünger Jesu… Joh 16, 20- 23

Die Trauer der Jünger Jesu über seinen Weggang wird sich durch das Wirken des Heiligen Geistes in Freude verwandeln, der sie durch den Glauben wissen lässt, dass die leibliche Abwesenheit Jesu durch seine geheimnisvolle Gegenwart im Sakrament des Altars, in seinem Wort, ersetzt wird, und das bedeutet, wann immer und wo immer seine Lehren gelesen und erklärt werden, „…ich werde unter ihnen sein“ (Mt 18,20). Die Traurigkeit und Verzweiflung der Apostel währte nur kurze Zeit. Einmal hatte Jesus ihnen gesagt, dass sie ihn eine Zeit lang nicht sehen würden. Er bezog sich dabei auf seinen Tod. Dann würden sie ihn wiedersehen, und er bezog sich auf die Zeit nach seiner Auferstehung bis zu seiner Himmelfahrt. Wir können eine solche Zeit – eine kleine Weile noch – in Bezug auf die neue Kirche verstehen, wenn der Herr Jesus in ihr auf geheimnisvolle Weise gegenwärtig sein wird bis zu seinem zweiten Kommen in diese Welt. Die Apostel wagten nicht, den Herrn Jesus zu fragen, was „noch eine kleine Weile“ bedeutet.

Für viele Menschen ist dies auch heute noch ein aktuelles Problem. Sie versuchen, das zweite Kommen des Herrn Jesus in die Welt zu ergründen, zu berechnen, zu spekulieren. Schließlich hat der Herr Jesus gesagt, dass nicht einmal die Engel den Tag kennen, an dem er kommen wird. Das Problem, ob der Herr Jesus endgültig gegangen ist, beschäftigt uns nicht, weil wir von der Gegenwart des Herrn Jesus unter uns durch die Lehre der Kirche überzeugt sind, dass Jesus noch unter uns ist. Es genügt, wenn wir die Teilnahme an der Heiligen Messe richtig verstehen. Der Prozess, wie sich die Trauer der Apostel schnell in Freude verwandelt, wird vom Herrn Jesus mit einer gebärenden Frau verglichen. Wenn das Kind bereits auf der Welt ist, vergisst die Frau schnell die Schmerzen, die sie ertragen musste. Die Liebe einer Mutter überwiegt bei weitem jeden Schmerz. So ist es auch bei den Aposteln, die ihren Kummer schnell vergessen, als sie überzeugt sind, dass Jesus lebt und mit ihnen eine Gemeinschaft bildet. Sie sind keine beunruhigten, unsicheren Apostel mehr. Aber nachdem sie den Heiligen Geist empfangen haben, werden sie zu neuen Menschen.

Auch uns ergreift die Trauer, wenn wir den Herrn Jesus nicht sehen, und es ist noch schwieriger, wenn innere Unruhe, Unsicherheit, Trockenheit, aber auch Gebete ohne Freude, die heilige Kommunion ohne das Gefühl der Bereicherung über uns hereinbrechen. Es sind also die Momente der Begegnung mit Jesus, in denen wir ihn nicht spüren und er weit weg zu sein scheint. Es ist gut, in solchen Momenten einen geistlichen Begleiter, vorzugsweise einen Beichtvater, in der Nähe zu haben und sich von ihm leiten zu lassen oder sich selbst zu vergegenwärtigen, dass der Herr Jesus auch dann noch da ist, wenn wir die Freude seiner Gegenwart nicht spüren. Das bedeutet, dass wir uns nach dem Weggang des Herrn Jesus keine Sorgen zu machen brauchen. Er ist immer noch unter uns, auch wenn unsere Augen ihn nicht sehen. Er will es. dass wir ihm auch in Schwierigkeiten treu bleiben.

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