Begräbnis Nov.
Unser Leben – der Weg mit dem Kreuz.
Was ist unser Leben hier auf der Erde? Über diese Frage denken Wissenschaftler, Philosophen, Theologen, Dichter, Schriftsteller und auch gewöhnliche Menschen nach. Jeder hat seine Definition. Oft hören wir: „Das Leben bedeutet Schönheit und Unterhaltung, aber auch manches Leid. Einige sagen: Das Leben ist „hundig“.
Was sagt uns die Heilige Schrift dazu? Jesus sagt zu seinen Jüngern, so lesen wir im Markusevangelium 8,34: „Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Kann man also sagen, unser Leben sei ein Kreuzweg?
Auch unser verstorbener Mitbruder hatte kein leichtes Leben. Er musste in seinem Leben hart arbeiten, um seine Familie zu versorgen. In den letzten Jahren war er auf die Pflege seiner Familie angewiesen, insbesondere auf seine Tochter. Hat solch ein Leben einen Sinn? Ja, es hat einen Sinn, wenn wir es mit dem Leben Jesu Christi verbinden. Jesus trug sein Kreuz zum österlichen Morgen. Jesus ruft uns zu: „Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir, denn ich bin gütig und von Herzen demütig, so werdet ihr Ruhe finden für eure Seele.“ Denn mein Joch drückt nicht und meine Last ist leicht. (Mt 11,29–30) Warum leicht? Leicht deshalb, weil Jesus mit uns geht und uns hilft. Was ist das Ziel unseres Lebens? Das ist das ewige Leben. Jeder Mensch hat eine unsterbliche Seele; deshalb endet sein Leben nicht mit dem Tod.
Am Gymnasium lernte ich in der Geometriestunde, dass sich gleichlaufende Linien in der Unendlichkeit nie überschneiden. Wenn wir dies als Vergleich verwenden, sagen wir: Unser Leben endet in der Unendlichkeit – also nie. Unser irdisches Leben ist nur ein Mittel zur Erlangung des ewigen Lebens. Jesus zeigt uns den Weg. Wenn wir diesen Weg gehen, werden wir das Ziel erreichen.
Loretta Young war erst 16 Jahre alt, aber schon eine bekannte Filmstar. Sie lebte in Luxus und war von Ruhm umgeben. Einmal begegnete sie einem Jesuiten, der sie ansprach. Sie erzählte folgendes: „Dieser Priester sah in mir nicht eine bekannte Schauspielerin, sondern ein unerfahrenes Mädchen, das viel Gutes tun kann. Er gab mir einen guten Rat. Ich soll in meinem Leben niemandem zum Ärgernis werden, und meine Kunst soll niemals die Ursache für eine Sünde sein. Alle, die meine Filme anschauen, sollen zu besseren und edelmütigeren Menschen werden. Wenn ich eine neue Rolle bekam, durchforstete ich sie seitdem sehr ausführlich auf ihre Schädlichkeit für die Betrachter des Films.
So wurde Loretta zur Missionarin für Jesus. Sie betete stets, dass Gott sie nie – sei es, wenn sie erfolgreich war, oder bei Misserfolgen – im Stich lasse. Sie wollte immer ein Werkzeug in ihren Händen sein. Was machte Loretta? Nichts Besonderes, sie ging nur den Weg, den Gott durch seine Gebote für sie bestimmt hat.
Auch unser verstorbener Mitbruder bemühte sich, diesen Weg zu gehen, und Gott wird es ihm lohnen. Dafür wollen wir ihm danken und ihn den Händen unseres liebenden himmlischen Vaters anvertrauen.
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