Ich und Gott

Liebe und  Hass.

Die Bibel spricht von Gott als der Liebe.  In 1 Joh. 4,16 heißt es: „Wir haben die Liebe, die Gott zu uns hat, erkannt und gläubig angenommen. Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm.“ Gleichzeitig spricht die Bibel von dem, was Gott hasst: So heißt es in Spr. 6, 16 – 19: ,,  Sechs Dinge sind dem Herrn verhasst, sieben sind ihm ein Gräuel: stolze Augen, eine falsche Zunge, Hände, die unschuldiges Blut vergießen, ein Herz, das finstere Pläne hegt, Füße, die schnell dem Bösen nachlaufen, ein falscher Zeuge, der Lügen zuflüstert, und wer Streit entfacht unter Brüdern.“

Auch im Matthäusevangelium hören wir darüber: Mt. 6,24: „Niemand kann zwei Herren dienen, er wird entweder den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird zu dem einen halten und den andern verachten.““ Es scheint, dass der Hass eng mit der Liebe verbunden ist. Warum? Liebe bedeutet, dass etwas Priorität hat. Der Ehegatte liebt seine Gemahlin und schenkt ihr deshalb in der Ehe. Der Olympiateilnehmer liebt den Triumph und trainiert daher mit allen Kräften, um den Sieg zu erringen. Etwas zu lieben, bedeutet aber alles zu hassen, was die Liebe bedroht. Der Ehemann hasst darum Unzucht, Flirt und Ehebruch. Der Olympiateilnehmer hasst darum Trägheit und Faulheit, Unterhaltung auf Kosten des Trainings. Wenn ein Ehemann nicht bereit ist, wegen seiner Frau ein eventuelles Liebesabenteuer mit einer anderen Frau zu beenden, dann ist seine Liebe nichts wert. Wenn ein Olympionike nicht bereit ist, alles zu unterlassen, was seinem Erfolg entgegen ist oder ihn verhindert, dann hat er nicht wirklich Sehnsucht nach einem Sieg.

Liebe und Hass sind also die beiden Seiten einer Münze. Ohne die Fähigkeit zu hassen sind wir nicht fähig,  wirklich und wahrhaftig zu lieben. Gott kann das Böse nicht lieben. Das Böse kann er nur hassen. Das Böse steht in absolutem Gegensatz zu Gott. Gott kann nur lieben, wenn er das Böse hasst.  Das Böse widersteht der Liebe und die Liebe dem Bösen.

Was bedeutet das in der Praxis für uns? Wir können Gott nur dann wirklich lieben, wenn wir alles hassen, was Gott widerspricht.  Hasst das Böse, liebt das Gute / und bringt bei Gericht das Recht zur Geltung!“ „So heißt es im Buch Amos 5,15. „Ihr, die ihr den Herrn liebt, hasst das Böse!“, so sagt uns der Psalm 97,10.  Wir können die Menschen aber nicht hassen, denn Gott hat sie erschaffen und liebt sie.  Auch die Welt kann Gott nicht hassen, denn auch sie erschuf er.

Was Gott hasst, ist  einzig und allein die Sünde und alles,  was uns der Einheit mit Gott entgegensteht. In Psalm 119,127 heißt es:  „Darum liebe ich deine Gebote mehr als Rotgold und Weißgold.“

Merken wir uns: Viele Menschen erlangen das Heil nicht, weil sie ihre Seele nicht erlösen wollen. Vielmehr liegt es daran, dass sie alles, was sie daran hindert, klar und deutlich bejahen.

Merken wir uns: Eine innige Buße ist  die radikale Änderung des ganzen Menschen, sein Wandel  mit dem ganzen Herzen zu Gott und gleichzeitig die Ablehnung von allem, was diesen Wandel verhindert.

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