Der englische Gruß
Welches Gebet verbinden wir gewöhnlich mit dem Vaterunser? Das „Gegrüßet seist du Maria“ oder der englische Gruß. Warum heißt dieses Gebet „der englische Gruß“? Weil es die Worte enthält, mit denen der Erzengel Gabriel Maria gegrüßt hat, als er ihr ankündigte, dass sie zur Mutter Gottes auserwählt sei. Gegrüßet seist du, voll der Gnade, der Herr ist mit dir, du bist gebenedeit unter den Frauen… Seitdem der Erzengel gegrüßt hat , wird sie von den Christen immerfort so gegrüßt, täglich Millionenmal, und der Gruß wird in der katholischen Kirche fort Klingen bis zum Jüngsten Tage. Manche meinen, es sei zu viel, Maria so sehr zu ehren. Aber wir brauchen nur den englischen Gruß näher zu betrachten, um zu sehen, dass es ganz recht ist, Maria zu ehren. Der englische Gruß beginnt mit den Worten. Gegrüßet seist du, Maria. Das heißt so viel als. Heil dir, Maria . Möge es dir wohlergehen! Ich freue mich über dein Glück. Ich ehre dich. Als der Erzengel Gabriel es Maria sagte, war er Gottes Gesandter, und was er sprach, war ihm von Gott aufgetragen. Gott selbst hat also Maria grüßen lassen. Das ist mehr , als wenn alle Menschen sie noch oft grüßen. Wenn es dem Gott nicht zu viel war , Maria zu grüßen, können die Grüße der Menschen niemals zu viel sein. Grüßen wir sie nur recht innig. Gegrüßet seist du Maria. Voll der Gnade. Mit diesen Worten ließ Gott Maria sagen, von seiner Gnade ganz voll sei. Gott hatte ihr so viel Gnade gegeben, wie eine menschliche Seele nur fassen kann. Durch diese Fülle der Gnade wurde ihre Seele unaussprechlich schön und heilig. Die ganze Welt ist voller Widerschönheit. Gott hat etwas von seiner eigenen Schönheit in die Welt hineingelegt. In der Schönheit der Welt spiegelt sich das herrliche Wesen Gottes wider. Noch schöner spiegelt sich Gott aber in einer Seele, die die heilig machende Gnade hat. Und noch viel, viel schöner als in allen heiligen Seelen zusammen spiegelte sich Gottes Schönheit in der Seele Mariens. Seit wann war die Seele Marias so schön und so reich geschmückt mit der Gnade Gottes? Vielleicht seit der Taufe? Die Taufe gab es damals noch nicht, als der Engel Maria grüßte. Seit dem ersten Augenblicke ihres Daseins. Die Kirche hat von jeher geglaubt , dass die Seele der Mutter Gottes vom ersten Augenblick an voller Gnade Gottes war. Maria war nie von einer Sünde befleckt, auch nicht von der Erbsünde. Gott ließ nicht zu , dass diejenige , die die Mutter seines Sohnes werden sollte, jemals dem Teufel untertan sei. Das hat Gott schon im Paradies vorausgesagt. Maria war das Schönste aller Geschöpfe Gottes, ja schöner als alle Geschöpfe Gottes zusammen. Im englischen Gruß wird aber sogleich ein weiterer Grund ausgesprochen,warum Maria nach Gott unsere größte Verehrung verdient. Der Herr ist mit dir“, sagte der Engel. Das heißt: Gott ist dir nahe, er liebt dich, er ist mit dir aufs Innigste vereint. Wodurch ist Gott mit Maria aufs Innigste vereint? Schon dadurch , dass sie voll der Gnade Gottes ist, noch mehr aber dadurch, dass sie die Mutter Gottes ist. So nahe ist Gott noch keinem Menschen gewesen , wie der Jungfrau Maria; so innig ist er noch mit niemandem vereint gewesen. Ist die Mutter Gottes wohl wert, dass wir sie loben und preisen? Du bist geborene Neid unter den Frauen“, sagte der Engel weiter. „Benedeien“ heißt so viel wie „preisen“ oder „glücklich preisen“. „Du bist gebenedeit unter den Frauen“ heißt also: Du bist die Gepriesene, die Glücklichste unter allen Frauen. Warum ist Maria die Gepriesene und die Glücklichste unter allen Frauen? Weil die Mutter Gottes ist. Die Worte des Engels : „Du bist gebenedeit unter den Frauen“ waren eine Weissagung . Der Engel sagte damit voraus, dass Maria gepriesen werden würde, wie noch nie eine Frau gepriesen worden war. Maria selbst hat das noch deutlicher vorausgesagt.Wo? Bei der Elisabeth-/Magnifikat-/Im-englischen-Gruß heißt es weiter. Und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus. Von wem stammen diese Worte? Von Elisabeth. Das heißt. Du bist die Gepriesene, die Glücklichste unter allen Frauen, aber noch mehr muss die Frucht deines Leibes, deinen Sohn, preisen. Warum muss man Jesus noch mehr preisen? Weil er selbst Gott ist. Die Mutter Gottes verehren wir nur, Jesus aber beten wir an. Wir verehren Maria nur deswegen , weil sie die Mutter Jesu ist. Alles, was wir im ersten Teil des englischen Grußes zum Lob Mariens sagen, soll uns anfeuern, sie um ihre Fürsprache anzurufen. Weil Maria die Mutter Gottes ist, muss ihre Fürsprache überhaupt viel gelten. Darum sagen wir: „Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns. Es kommt nun darauf an, dass die Mutter Gottes auch für uns beten will. Will sie wohl? Warum? Weil sie so heilig ist , ist sie auch voller Güte und Barmherzigkeit. Sie liebt uns wie die liebevollste Mutter. Sie liebt uns besonders deswegen , weil uns ihr Sohn Jesus Christus so sehr liebt und für uns sein Leben und Blut hingegeben hat. Durch ihre Liebe ist sie uns wahrhaft eine Mutter, unsere Mutter. Warum sagen wir zur Mutter Gottes: „Bitte für uns“ und nicht „Gib uns“? Weil uns Maria nicht von selbst helfen kann ,sondern nur dadurch , dass sie bei Gott für uns bittet. Derselbe Unterschied zeigt sich in den Litaneien.. Gott selbst oder Jesus anrufen, sagen wir. „Erbarme dich unser“ oder „Erlöse uns“. Wenn wir die Mutter Gottes anrufen, sagen wir wieder: „Bitte für uns“. Gott beten wir an, d. h., wir erkennen ihn als den höchsten, allmächtigen Herrn an; die Mutter Gottes verehren wir nur. Bitte für uns arme Sünder. Arme Sünder sind vor allem die, die schwere Sünden haben. Die Sünder sind unglücklich. Wir sind alle arme Sünder. Darum rufen wir alle zu Maria . Schau, wie arm wir sind. Bitte, Gott möge uns mit seiner Gnade beistehen, damit wir nicht mehr sündigen. Bitte für uns jetzt und in der Stunde unseres Todes.“ Warum brauchen wir in der Stunde unseres Todes die Fürbitte der Mutter Gottes? Weil von der Stunde des Todes unsere ganze Ewigkeit fügt. Die Erfahrung bestätigt, wie liebevoll Maria für uns bittet und wie mächtig ihre Fürbitte ist. In Lourdes in Frankreich geschehen auf die Fürbitte Mariens jährlich viele wunderbare Krankenheilungen. Betet von nun an das Gebet „Gegrüßet seist du Maria “ wieder recht andächtig, sodass es der Mutter Gottes gefällt und ihr wirklich ihre Fürbitte und ihren Schutz erlangt.
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