Erklärung der heiligen Messe VIII.

Die Abschlusszeremonien

Die heilige Messe ist eine erstaunliche Wirklichkeit und Gabe. In der heiligen Messe treffen wir uns mit Gott. Das Zweite Vatikanum spricht in seiner Konstitution „Sacrosanctum Concilium“: Die Kirche wünscht sich, alle Gläubigen zu einer vollen, bewussten und aktiven Teilnahme an ihren liturgischen Handlungen zu führen. Dieser vollen, tätigen Teilnahme aller Gläubigen an den liturgischen Handlungen ist notwendigerweise erhebliche Aufmerksamkeit zu widmen. Dazu sollen die Gläubigen erzogen werden. Vielleicht nahmen sie schon wahr, dass in der heiligen Messe eine Vorbereitung nacheinander erfolgt. Nichts Wichtiges passiert ohne Vorbereitung. Am Anfang der heiligen Messe finden die Einführungszeremonien statt. Auf das Evangelium bereiten wir uns mit dem Halleluja-Vers, wenn wir die Opfergabe bringen. Der Priester fordert uns auf, damit wir beten: „Betet, Brüder und Schwestern, dass mein und euer Opfer Gott, dem allmächtigen Vater, gefalle. Und die Antwort.  Der Herr nehme das Opfer an aus deinen Händen, zum Lob und Ruhm seines Namens, zum Segen für uns und seine ganze heilige Kirche. Auf die heilige Kommunion bereiten wir uns seit dem Vaterunser vor. Ohne Vorbereitung ist keine Feier. Vielleicht deshalb wissen wir nicht, wie man feiert, denn wir leben schnell und oberflächlich, wir bereiten uns auf nichts vor, und so haben wir keine Erfahrung und kein Erlebnis der Feier. Die Abschlusszeremonien der heiligen Messe sagen uns eine wichtige Wahrheit. Die ganze heilige Messe ist die Vorbereitung auf das alltägliche Leben. Wenn ich sie fragen würde, welcher Gegenstand in der Kirche am bedeutsamsten ist, würden sie antworten. Das ist der Altar, die Ambon, das Tabernakel. Diese Sachen sind bedeutsam, aber vielleicht werden sie überrascht, wenn ich sage, dass das Tor am wichtigsten ist. Ohne das Tor können wir nicht in die Kirche gelangen, und es ist auch notwendig, dass wir durch das Tor hinausgehen. Das, was wir in der Kirche bekommen, sollen wir weitergeben. Die Christen sollen Salz der Erde, Licht der Welt und der Sauerteig sein. Wir sollen uns in unserer Kirche nicht abkapseln. Christus sollen wir überall mitbringen, wohin wir gehen. Also, die Schlusszeremonien sind die Vorbereitung auf den Übergang ins alltägliche Leben. Jede heilige Messe wird in einer konkreten Gemeinschaft gefeiert. Selbstverständlich ist die heilige Messe in jeder Kirche gültig, aber nur in der Gemeinschaft, in der ich lebe und zu der ich gehöre, erlebe ich sie in voller Form.  Das Christentum wurde von Anfang an in den örtlichen Gemeinschaften gelebt. Die Apostel, jeder von ihnen, etwa der heilige Paulus, stifteten irgendwo die Kirche.  Er erlernte die Menschen im Glauben, taufte sie und wurde ihr geistlicher Vater. Er setzte die Ältesten ein, die die kirchliche Gemeinde weiterführten, und gründete anschließend eine zweite. Diese kirchlichen Gemeinden kommunizierten miteinander; sie schrieben einander Briefe. Sie hatten das Bewusstsein, dass sie zusammengehörten, dass sie eine Kirche bildeten. Dabei waren diese Gemeinden irgendwie selbstständig und autonom. Jeder Christ hatte das Bewusstsein, das Wissen, dass er sowohl einer allgemeinen Kirche als auch einer konkreten kirchlichen Gemeinschaft angehört. In der Kirche ist niemand obdachlos. Wenn ein Christ von einem Ort weggezogen ist, schließt er sich der Kirche dort an, wohin er umgezogen ist. Dieses Prinzip dauert bis heute. Die kirchliche Gemeinde – die Pfarrei – repräsentiert teilweise, bis zu einem gewissen Grade, die ganze Kirche.

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