Hl.Josef, Bräutigam der Gottesmutter Maria.

Einleitung
Wir kennen ihn als einen gerechten Mann, der sorgfältig auf die Stimme Gottes hört und unverzüglich das tut, was der Heilige Geist ihm eingibt. Er ist sehr bescheiden und zurückhaltend. Er gehorcht jeder Anweisung vom Himmel. Bemühen wir uns, den Tugenden des heiligen Josephs zu folgen?
Predigt
Der heilige Josef war der Haupt der heiligen Familie.  Das ist zweifellos eine einzigartige Würde, mit der ihm niemand gleichkommt und für die er besondere Achtung verdient. Wir würden gern so viel wie möglich über sein Leben erfahren, haben jedoch nicht genügend Angaben, um seinen vollständigen Lebenslauf zusammenzustellen. Was wir wissen, finden wir in den ersten Kapiteln des Matthäus- und des Lukasevangeliums. Darin tritt der heilige Josef als Nachkomme des Königs Davids auf. Merkwürdig ist, dass die erwähnten Evangelien zwei verschiedene Stammbäume des heiligen Josef anführen. Von Abraham bis zum König David sind in beiden Stammbäumen dieselben Personen aufgeführt, bis auf eine kleine Ausnahme. Ab den Söhnen Davids geht es jedoch um zwei verschiedene Zweige seiner Nachkommenschaft. Das gravierendste Problem bleibt Josefs Vater. Nach dem Matthäusevangelium war Jakob (Vater von Josef) Sohn des Matan.  Nach dem Lukasevangelium war Heli der Sohn des Matan. Um diese Widersprüche haben sich schon die alten kirchlichen Väter bemüht. Nach Meinung des heiligen Augustinus war Josef der Sohn des Jakob, der Heli adoptierte, und somit bereits ein Sohn der alten kirchlichen Väter. Heli und Jakob waren leibliche Brüder.  Heli starb ohne Nachkommen und ehelichte laut seiner Verfügung seine Frau, die Schwägerin Jakobs, mit der er den Sohn Josef hatte. So war Josef der legitime Sohn von Heli und der natürliche Sohn von Jakob. Die Hauptbedeutung der Stammbäume besteht darin, dass sie auf Josefs Abstammung aus der Linie Davids hindeuten. Josefs Vaterstadt war Bethlehem; er wohnte aber in Nazareth, wo er armer Zimmermann war. Viele Bilder zeigen Josef als alten Mann. Das hat jedoch keine Stichhaltigkeit. Sicher war Josef älter als Maria, aber altersgemäß, um die Aufgabe zu meistern, die ihm von der Vorsehung Gottes bestimmt war. Insgesamt scheint es, dass Josef nicht sehr initiativ war. Die Evangelien führen kein Wort von ihm ein.  Auch bei der Auffindung Jesu sprach Maria in seinem Namen. „Kind, wie konntest du uns das antun? Dein Vater und ich haben dich voller Angst gesucht.“ (Lk 2,48) Josef schwieg.  Wenn es jedoch notwendig war, wusste Josef ohne zu zögern, was von ihm verlangt wurde.

Wann und wie ist der heilige Josef gestorben? Die Evangelien schweigen darüber, aber wir können schlussfolgern, dass es in der Zeit war, in der Jesus noch ein Mann war, noch vor seinem öffentlichen Auftreten. Sicher ist, dass Josef beim Tod das Privileg hatte, das weder Maria noch ein Mensch hatte. Er konnte in Jesu Nähe oder in den Armen Jesu sterben. Jesus konnte gegenüber dem Mann, der ihn viele Jahre lang ernährt, beschützt und aufrichtig geliebt hatte, nicht gefühllos sein. Der heilige Josef nahm in der Atmosphäre der Liebe und Gnade Gottes Abschied von dieser Welt. Darum wird der heilige Josef zu Recht als Patron des seligen Todes bezeichnet.

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