13.Sonntag im Jahreskreis C Lk 9,51-62

– Mut haben – der christliche Mut

Einführung

Das ganze heutige Evangelium mahnt uns zum richtigen Einsatz des christlichen Mutes. Es geht hier um den Mut, der höher, wichtiger, verdienstvoller ist als der irdische. Keiner, der die Hand an den Pflug gelegt hat und nochmals zurückblickt, taugt für das Reich Gottes. Haben wir genug Mut, Christus zu folgen?

Predigt

Wir Christen brauchen wirklich mehr Kühnheit, mehr Mut, um gegen die Feinde des Heiles  für unsere Seele anzukämpfen. Es kann passieren, dass wir wegen einer Verspottung oder eines Schimpfwortes eines Menschen, oft zu feige sind, unseren Glauben zu bekennen. Jesus will aber nicht, dass  wir uns ein Feuer, das  vom Himmel auf die Erde fällt,  wünschen, sondern dass  wir unseren Glauben tapfer bekennen. Es geht hier um die Angst, die so alt ist wie die Menschheit selbst. Wir lesen davon in der Heiligen Schrift.  Zum Beispiel:  Die Eltern eines Blinden, der wiedersehen konnte, fürchteten sich davor, es offen zu bekennen, das Christus ihren Sohn geheilt hat. Darum antworteten sie auf die Fragen der Pharisäer:  Wir wissen, dass er blind geboren wurde. Aber, warum er jetzt sieht, das wissen wir nicht. Fragt ihr  ihn!  Er ist schon alt genug.

Ein anderes Beispiel: Pilatus wusste, dass Jesus unschuldig war – und ließ ihn dennoch auspeitschen und kreuzigen. Warum? Aus Angst vor den Juden. Er wusch sich sogar die Hände und sagte: „Ich habe keine Schuld an dem Blut dieses Unschuldigen.” Ein weiteres Beispiel ist Petrus, der aus Angst vor einer Dienerin geschworen hat, Christus nicht zu kennen. Die Angst vor den Menschen ist oft groß.

Die Ungläubigen schämen sich nicht für ihren Unglauben. Die Feinde der Kirche verheimlichen ihren Hass nicht. Es ist traurig, wenn sich ein Katholik für seinen Glauben schämt. Wen fürchtet ein feiger Christ? Er fürchtet die Menschen, die heute sind und morgen nicht mehr sein werden. Er hat Angst vor vergänglichen Dingen, die er verlieren könnte, die er aber für das ewige Leben nicht mitnehmen kann.

Warum breitete sich die Kirche so rasch aus? Dies geschah aufgrund des Wirkens der Gnade Gottes und auch, weil Christen tapfer und mutig ihren Glauben bekannten. Der Heilige Paulus ermahnt uns im Epheserbrief wie folgt: „Seid also standhaft, Gürtet euch mit Wahrheit, zieht als Panzer die Gerechtigkeit an und als Schuhe die Bereitschaft, für das Evangelium vom Frieden zu kämpfen. Vor allem greift zum Schild des Glaubens! Nehmt den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, das ist das Wort Gottes.

Was sollen wir also tun? Es ist notwendig, sich in den guten Tugenden zu üben. Wir können dies mit dem Streben um den Sieg in einem irdischen Heer vergleichen. Wenn ein Heer siegen will, braucht es Kühnheit und Wagemut. Ein Heer, das sich von Hindernissen und Schwierigkeiten einschüchtern lässt, bereitet seine eigene Niederlage vor.

Wir Christen sollten so sein wie die Apostel, nachdem der Heilige Geist auf sie herabgekommen war. Die Apostel hatten keine Angst. Für Christus opferten sie alles, sogar ihr eigenes Leben. Diesen Mut bewirkte in ihnen der Heilige Geist.
Wenn das irdische Heer siegen will, muss es vorsichtig und umsichtig sein. Dieses Heer wird sich nicht dorthin begeben, wo eine Überzahl an Feinden auf es wartet. Es geht nicht auf Wege und Brücken, wo es Sprengstoff vermutet wird. Ähnlich sollen wir Christen uns verhalten und üble Gesellschaft meiden. Wir sollten uns auch von Büchern, Filmen und Personen distanzieren, die uns zur Sünde verführen wollen. In der Bibel steht auch: „Wenn deine Hand dich zur Sünde verführt, hau sie ab.”

Wenn das irdische Heer siegen will, muss es sich mit kräftigem Essen und wertvollen Getränken ernähren. Ähnlich muss auch ein Christ seine Seele mit jener Speise kräftigen, die Jesus selbst ist. Das ist selbstverständlich keine irdische Speise, sondern eine himmlische.
Haben wir keine Angst! Christus ist immer mit uns! Wir müssen unsere Ängste überwinden und gegen alle Versuchungen ankämpfen – dann wird uns der Himmel gewiss sein!
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