Hl.Stefanus, A Mt 10,17-22

Hl.Stefanus 2016  Denn nicht ihr seid die Redenden…

Einführung

An einigen Toren und Zäunen befindet sich eine Tafel mit den Worten: „Vorsicht! Scharfer Hund!“ Manchmal kann man auch bei Stromleitungen lesen: “ Hochspannungsgefahr!“  Oder auf einer Flasche kann man die Aufschrift lesen:  „Achtung,  Gift!“  Alle diese Aufschriften sollen die Menschen vor Gefahren schützen. Wie sollen wir die Warnung verstehen, die Jesus in Nazaret aussprach? Hütet euch aber vor den Menschen. Vielleicht können wir die Frage stellen: Warum sollen wir  uns vor den Menschen hüten? Du selbst, Jesus, hast dich vor den Menschen auch nicht geschützt!

Predigt

Welche Absicht hatte Jesus, als er sagte: Hütet euch vor den Menschen. Wir können diese Worte so ergänzen: Lasst euch vom Bösen nicht anstecken.  Gebt acht, damit ihr nicht böse werdet! Am Kreuz bestätigte Jesus diese Einstellung. Obwohl ihn Bosheit umgab, drang die Bosheit nicht an ihn heran. Noch am Kreuz sagte er Worte der Vergebung. Diesem Grundsatz folgte auch der Heilige Stephanus. Die Bosheit der streitbaren Juden richtete sich gegen Stephanus, aber Stephanus ließ sich nicht davon beeinflussen.  Wenn er geflüchtet wäre, hätte er damit gezeigt, dass er feige sei und sich auch dem Bösen zuwenden könnte. Während Stephanus gesteinigt wurde, betete dieser und sprach:  Herr Jesus, nimm meinen Geist auf! Dann sank er in die Knie und schrie laut: Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht an!

Im Leben kann man nicht vermeiden, dass man auf böse Menschen trifft.  Es ist leichter über Feindesliebe  zu predigen, aber viel viel schwerer, sie zu verwirklichen. Vielleicht kennen Sie in unserer Welt einige Adressen, wo sie eine Empfehlung aussprechen würden, vor dessen Haustüre eine Tafel aufzuhängen mit den Worten: „Vorsicht! Böser Mensch!“

In der Geschichte gab und gibt es  immer wieder  Tyrannen und  totalitäre Regime. Ich denke da an Napoleon, Hitler, Stalin, Hussain, oder Gaddafi. Alle diese Personen stellten sich in den Dienst der Bosheit. Unter dem Vorwand der Gerechtigkeit lehrten sie, man solle gewisse Menschen hassen. Viele unschuldige Menschen kamen durch ihre Schuld ums Leben. Jesus lehrte uns, dieses Problem auf andere Art zu lösen. Vorbild dafür kann uns der Heilige Stephanus sein mit  seiner Äußerung: Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht an. Sich rächen ist leicht, verzeihen ist schwieriger.  Rache kann aber eine Bosheit nicht beenden.  Der Mensch muss darauf achten, was er macht und was er den anderen Menschen lehrt. Die Eltern müssen darauf aufpassen, wie sie ihre Kinder erziehen,weil im Alter das es ihnen zurückkehrt. Die Politiker darauf wie sie das Volk führen, die Künstler darauf welche Werte sie präsentieren. Christus spricht über die Vergebung, über die ,,Verarbeitung“ des Leidens, damit der Mensch  nicht gleich diejenigen wird,die ihm  zuleide tun. Dieses Problem verarbeitete literarisch Henryk Sienkiewicz/1846-1916/ polnischer Schriftsteller in einer Sage:

In einem Land wurde eine Prinzessin geboren. Bei ihrer Wiege standen gute Feen, mit ihren Königin, die sagte zu ihnen. Jede von euch kann dem Mädchen eine Gabe geben, nach ihren Möglichkeiten. Die erste Fee sprach die Wünsche aus: ich gebe dir die Gabe der Schönheit. Jeder, der dich anschaut, wird den Eindruck haben, dass er eine Frühlingsblume sieht.Der zweite Fee sagte. Ich schenke dir prachtvolle Augen, und ich gebe dir eine herrliche schlanke Figur, wie eine Palme. Jetzt bin ich an der Reihe. Ich schenke dir einen Goldschatz. Die Königin der Feen hörte die Wünschen ihren Feen und dann sie sagte. Schön sind eure Gaben, aber vergängliche. Die körperliche Schönheit wird welken. Die Augen sind schön in Jugend. Und die Figur blieb nicht immer herrlich und schlank. Das Alter bezeichnet die Figur. Und das Gold? Wenn wir es nur für uns behalten, die anderen uns es beneiden. Wenn wir es verteilen, bleibt uns nichts. Darum eure Gabe haben dauerhaften  Wert nicht. Darum begann die Feen fragen. Was ist dann, für den Menschen gut? Womit wirst du dem Mädchen beschenken? Ich schenke ihm  Güte. Die Sonne ist  klar schön. Wenn die Sonne die Erde nicht erwärmt, die Erde der tote Planet wäre. Das gute Herz ist wie eine wärmende Sonne. Sie gibt das Leben. Die Schönheit ohne Güte ist wie die Blume ohne Duft. Der Reichtum ohne Güte ist der Sprudel der  Selbstliebe. Und die Liebe ohne Güte ist wie ein Feuer, das verbrennt und vernichtet. Seht ihr. Das Güte ist dauerhaft. Es ist wie ein Brünnlein, von dem  immer das Wasser schöpfen können. Als das die Königin der Feen zu Ende sagte, berührte sie das Herz des Mädchens und sagte: Sei gut. Jeder von uns braucht mit der Liebe berührt werden damit er gut ist. Jesus Christus kam in die Welt, damit er uns durch die Sakramente berührt und sagte zu uns: sei gut. Er warnt uns vor  der selbstsüchtigen Art des Lebens, deren Symbol ist die Tafel mit der  Aufschrift: ,,Vorsicht böser Mensch“ Damit wir dem Bösen widerstehen, brauchen wir mit dem Gute bestärkt werden. Darum, beten wir. Der heilige Stephanus, bitte für uns.

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