1. Fastensonntag 2017
Einführung
Das heutige Evangelium thematisiert die Versuchung. Der Geist führte Jesus in die Wüste, damit der Teufel ihn prüfte. Jesus hatte vierzig Tage und Nächte gefastet und war hungrig. In dieser Geschichte kommen Jesus, der Satan und die Engel vor. Was können wir aus dieser Geschichte lernen?
Predigt
Zunächst sollte erwähnt werden, dass Versuchungen die Einheit und Ordnung stören. Sie sind für Menschen verlockend und anziehend, können jedoch oft tragische Konsequenzen haben. Anders ausgedrückt: Wenn Menschen den Versuchungen nachgeben, verlieren sie in der Regel mehr, als sie gewinnen. Das deutet auch auf eine gewisse Schwäche des Menschen hin. Selbst unsere Vorfahren, die möglicherweise weniger Versuchungen ausgesetzt waren, waren ebenfalls betroffen.
In einer Bibelkommentierung steht in der Einleitung, dass Adam und Eva nach ihrer Vertreibung aus dem Paradies neun Tage lang nach Nahrung suchten. Sie fanden jedoch nichts, das dem köstlichen Essen im Paradies ähnelte – nur Futter für Tiere. Adam und Eva beschwerten sich bei Gott, da sie nur tierische Nahrung fanden und zuvor andere Speisen gewohnt waren. In diesem Kommentar wird auch erzählt, dass Set, der Sohn von Adam und Eva, von einem Tier angegriffen wurde und dass Eva sich verteidigte. Sie sagte zu dem Tier: „Du böses Tier, wie kannst du meinen Sohn angreifen, der nach Gottes Bild geschaffen wurde?“ Das Tier antwortete: „Warum hast du vom verbotenen Baum gegessen, obwohl Gott es dir verboten hatte? Dadurch hast du dein Leben zum Schlechteren verändert.“
Lassen Sie uns die Versuchung in der Wüste mit der Versuchung im Paradies vergleichen! Daraus lässt sich folgender Schluss ziehen: Im Paradies wurden Adam und Eva durch die Versuchung besiegt, was zu Spaltung und Disharmonie führte. In der Wüste hingegen war Jesus der Versuchung gewachsen, was zu einem Sieg voller Harmonie und Einheit führte.
Ein Beispiel aus Afrika: In Nigeria erhalten frisch verheiratete Paare ein Pferd mit einem doppelten Sattel als Hochzeitsgeschenk. Dies symbolisiert die Einheit zwischen Mann und Frau. Es zeigt, dass sie gemeinsam reiten und glücklich sein können, aber auch, dass sie scheitern können, wenn sie diese Einheit nicht pflegen. Die Ehe ist ein anschauliches Beispiel für Einheit in der Verschiedenheit. Jeder Mensch ist einzigartig, so wie der Ehemann, die Ehefrau und ihre Kinder. Diese Unterschiede sind nicht störend für liebende Menschen, sondern vielmehr bereichernd.
Allerdings kann die Verschiedenheit auch problematisch werden, wenn ein Ehepartner sagt: „Ich kann nicht mit dir leben, weil du so anders bist als ich.“ In solchen Momenten wird die Einheit in der Verschiedenheit oft ignoriert. Die Versuchung, sich von dem Partner zu trennen – also das, was Gott verbunden hat, zu zerstören – kann dann entstehen. Das ist gegen den Willen Gottes und ignoriert die Gefühle des Partners und der gesamten Familie. Gottes Absicht ist eine Einheit, die auch in der Verschiedenheit besteht.
Die zentrale Frage ist nun: Wie kann…ich gegen Versuchungen ankämpfen? Versuchungen sind überwältigend und gefährlich. Sie wohnen oft tief in unseren Herzen. Versuchung ist also kein äußerer Feind, sondern sie wohnt in uns. Solange wir leben, sind wir Versuchungen ausgesetzt. Wir unterschätzen auch oft die Versuchung und denken, dass wir stark genug sind, gegen sie zu kämpfen. Es ist einfach, Versuchungen zu unterliegen, weil sie verlockend wirken und unsere Sehnsüchte wecken.
Ich stelle mir einen Fisch vor, der von einem Köder angelockt wird. Er erwartet eine köstliche Belohnung, doch stattdessen wird er von einem kleinen Angelhaken gefangen. Er hat keinen Rückweg mehr, und er wird zum Opfer. So funktioniert auch die Versuchung zur Sünde. Der „Köder“ zieht uns an und lässt uns glauben, dass wir Freude erleben werden, wenn wir uns dieser Versuchung hingeben. Doch in Wirklichkeit gewinnt die Sünde die Oberhand und beginnt, unser Leben zu kontrollieren. Ein gläubiger Mensch sollte sich daher nicht von plötzlichen Gefühlen leiten lassen, sondern gemäß dem Wort Gottes handeln.
Der heilige Jakobus sagte, dass Gedanken Begierden hervorrufen und diese Begierden zu Sünden führen. Es ist entscheidend, sündhafte Gedanken sofort zu stoppen, damit sie sich nicht zu Sünden entwickeln. Solche Gedanken dürfen keinen Platz in unserem Geist finden. Ich möchte Sünde mit einem kleinen Sprung in ein Stillgewässer vergleichen. Zunächst scheint das harmlos zu sein, aber je mehr wir uns darauf einlassen, desto gefährlicher kann es werden.
Auch bei der Sünde verhält es sich so: Aus kleinen Sünden können schwerwiegende Fehler entstehen, wenn wir uns von der Anziehungskraft mancher Versuchungen leiten lassen. Eine Versuchung fragt nie, ob wir uns selbst oder unsere Familie schädigen wollen. Sie fordert uns stattdessen auf: Zögere nicht, gib alles auf, was dich zurückhält, lebe intensiv und erfülle dir all deine Wünsche! Was passiert, wenn wir allen Versuchungen nachgeben? Wir bringen viel Leid und Schmerz über uns selbst, aber vor allem auch über die Menschen in unserer Umgebung. ifft.
Zum Schluss möchte ich eine persönliche Geschichte erzählen. Ich kannte einen Arzt, der eine liebe Frau und zwei Kinder hatte. Er führte ein normales Leben in einer stabilen Familie. Doch sein Leben änderte sich drastisch, als er im Krankenhaus eine neue Krankenschwester zugeteilt bekam. Sie war wirklich eine attraktive Frau, das kann ich bestätigen. Der Arzt verliebte sich in sie, was schließlich in seiner Scheidung gipfelte. Er verließ seine Familie und heiratete die Krankenschwester. Hat er dabei überhaupt realisiert, wie viel Leid und Schmerz er seiner Frau und seinen Kindern zugefügt hat?
In solchen Situationen denken die Menschen oft nicht an die Konsequenzen und wollen das auch nicht. Sie konzentrieren sich nur auf sich selbst. Warum berücksichtigen Menschen bei Versuchungen so selten die Folgen ihres Handelns? Ein sündhaftes Verhalten führt immer dazu, dass man mehr verliert als gewinnt. Das sollten wir uns immer wieder ins Bewusstsein rufen!