5.Fastensonntag A Joh 11,1-45

5.Fastensonntag 2017 Der Dienst der Auferstehung

Einführung

Wenn jemand sagt, dass er ein Schneider ist, ist es klar, was für einen Dienst wir von ihm erwarten können. Wenn ein anderer sagt, dass er ein  Maurer sei, können wir von ihm Dienste erwarten, die  mit dem Bauwesen verbunden sind. Neben unserer Ernährung,  unseren Vorlieben für Reisen, unserer Bekleidung, unserem Computer werden wir auch jene Dienste brauchen, die Jesus von Nazareth uns anbietet. Das sind Dienste, die zur Auferstehung führen. Wer außer Jesus kann solche wertvollen Dienste anbieten?

Predigt

Philosophen, Politiker, Ärzte, Anwälte, Ökonomen sprechen von Idealen,  die aber manchmal auch Unheil bringen. Nur Jesus spricht über die Ideale des Lebens. Charakteristisch  dafür  sind die Worte von Jesus, die wir im Johannesevangelium finden: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt. 

Gewöhnlich ist es so, dass wir für Dienste bezahlen müssen. Für Dienste, die uns Jesus anbietet, brauchen wir nichts zu bezahlen. Jesus ist unser Freund, dem wir kein Geld geben müssen. Die Bezahlung seines Dienstes drückt sich in der  Liebe aus, die wir für ihn haben.  Im heutigen Evangelium wird nicht nur die Auferstehung erwähnt, sondern auch die Liebe. Jesus liebte Marta und ihre Schwester Maria und den Bruder der beiden – Lazarus. Als Lazarus gestorben war und sie bei seinem Grab standen, da weinte Jesus. Die Juden sagten: Seht, wie lieb er ihn hatte. Glaube und Liebe hängen eng zusammen. Glauben an Gott bedeutet, eine Beziehung zu Gott haben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt. In dieser Welt müssen wir sterben. Es ist wichtig an Gott zu glauben und ihn zu lieben, damit wir für die Ewigkeit nicht sterben. Wenn Jesus unser Freund ist, dann kommt er uns immer zu Hilfe. Zweifeln wir nicht daran, dass Jesus uns lieb hat!

Es gibt da noch eine andere Frage. Betrifft die Frage der Auferstehung alle Menschen? Auch die Verbrecher, die Menschen, die gleichgültig waren? Wozu wird Jesus sie auferwecken? Damit er mit ihnen Probleme im Himmel hat? Hier muss uns klar sein: Die Auferstehung wird nur der empfangen,  der sich in seinem Leben schon darum bemüht. Wenn man in seinem Leben immer wieder auf den Tisch haut, die Türen zuknallt, schreit, schimpft, zornig ist, ist das schon im Leben nicht erträglich und es wird auch nicht für die Ewigkeit von Nutzen sein.

Aber es ist auch eine andere Möglichkeit. Die Kinder können die Mutter für das gute Mittagessen loben und dankbar sein. Die Eheleute können sich gegenseitig ihre Liebe erweisen, die Eltern können wiederum ihre Eltern schätzen, also auf den Gesichtern alter Menschen ein Lächeln hervorrufen. Niemand kann sagen, dass er für die Auferstehung einst  nichts anbieten kann. Jeder Mensch hat dazu viele Möglichkeiten. Aber auch das Gegenteil ist spürbar. Ein egoistischer Mensch wird in etwa sagen: Ich glaube nicht an Gott und muss auch keine Kirche besuchen.  Wer braucht ein solches Zeugnis?

Wir sind nicht nur Christen auf Grund der  Eintragung ins Taufregister, sondern wir müssen immer am Heilswerk Gottes mitarbeiten. Wer Gottes Willen erfüllt, der liebt Jesu, der handelt wie Jesus und wird so zu einem aufrichtigen Christen.

Gehen wir noch um einen Schritt weiter. Jemand könnte sagen: Ich würde gern ein lebendiger Christ sein, wenn nur die anderen mit ihrem Leben ein besseres Zeugnis geben würden. Wie sie sich verhalten, da kann ich nicht von Liebe sprechen. Lassen wir uns da aber nicht beirren, auch wenn es leichter für uns wäre, sie zu lieben, wenn sie ein besseres Leben führen würden.

Vielleicht sind sie schon einmal einem Mann begegnet, der eine Frau geheiratet hat, die ein loses Mundwerk hat und trotzdem liebt er sie. Oder jemand sagt: Was findet er an ihr? Für ihn aber ist sie die Schönste. Christsein bedeutet nicht nur, dass jemand zu uns gut ist, sondern, dass wir uns bemühen müssen,  zu anderen gut zu sein. Wir sind nicht nur auf der Welt, um andere umzuformen, zu ändern,  sondern wir müssen sie – so wie sie sind – ertragen lernen.

Der letzte Satz passt nicht oder ist unvollständig.

Eine alte Frau lag krank an Krebs im Krankenhaus. Sie hatte auf der Nase einen großen Kropf, ihr Antlitz eiterte, die Wunden tief in die Knochen und schreckliches Gestank. Die Krankenschwester, die diese alte Frau betreute, anfangs hatte gedacht, dass sie das nicht aushalten wird. Sie aber war eine gläubige Frau, sie betete um die Kraft, uns sie allmählich  ihre Arbeit bewältigte. Anbieten den ,,Dienst der Auferstehung“ ist nicht leicht, aber mit Gottes Hilfe ist das möglich. Das sollten wir nicht vergessen, hauptsächlich dann, wenn es uns scheint, dass die Prüfung über unsere Kräfte steht.

 

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