21.Sonntag B Mt 16,13-20

21.Sonntag 2017 

Einführung

Im Leben wird jeder Mensch durch viele verschiedene  Stimmen geleitet und gelenkt. Wir hören vieles, wir sehen unzählige Reklamen. Sie  sagen  uns, was wir zum Beispiel machen sollen, damit wir abnehmen oder welche Medikamente wir für unsere Gelenke einnehmen sollen. Wir erfahren auch, wie wir unsere Finanzen verwalten sollen und in welcher Bank wir vorteilhaft unser Geld anlegen können. Es wird uns vermittelt, welche politische Partei wir wählen sollen usw. Die Frage ist nur: Wohin werden uns die vielen Stimmen, die vielen Reklamen führen?

Predigt

Vor 2000 Jahren fragte Jesus seine Apostel: Für wen haltet ihr mich? Wer bin ich für euch? Was hört ihr von mir? Petrus gab die Antwort für alle Apostel: Du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes. Warum ist nicht aufgeschrieben, was die anderen Apostel sagten? Nur die Antwort des Petrus ist bekannt. Johannes richtete damals nur seine Augen zu Boden. Auch Philippus schaute anderswo hin, als die Frage gestellt wurde.  Andreas  hustete vielleicht ganz verlegen. Jakobus spielte vielleicht mit einem  Steinchen. Bartholomäus berührte Petrus am Ellenbogen und sagte zu ihm:Sprich du! Wir wissen aber nicht, wie es wirklich war. Im Evangelium ist geschrieben, dass fremde Menschen Jesus für Johannes den Täufer hielten, andere für Jeremia oder für einen anderen Propheten. Die Antwort auf die Frage an die Apostel gibt nur Petrus. Selbstverständlich wurde diese Antwort nicht in diesem Moment geboren, er hat wahrscheinlich schon früher darüber nachgedacht. Damals, als er über das Wasser zu Jesus ging und nicht versank, da hat er sich zum Beispiel auch die Frage gestellt: Wer ist dieser Mann, der mir das ermöglicht? Oder als er sah, wie Jesus mit nur fünf Broten und zwei Fischen fünftausend Menschen satt machte, da hat er sich vermutlich ebenfalls die Frage gestellt: Wer ist dieser Mann? Und auch als die Heilungswunder von Jesus sah, führte dies zum Bekenntnis: Du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes. Jesus deutete seine Identität mit dem Ausspruch: Dann wird man den Menschensohn mit großer Macht und Herrlichkeit auf den Wolken kommen sehen. Vielleicht erinnerten sich die Apostel auch daran, was im Buch des Propheten Daniel geschrieben steht:  Da kam mit den Wolken des Himmels einer wie ein Menschensohn. Er gelangte bis zu dem Hochbetagten und wurde vor ihn geführt. Ihm wurden Herrschaft, Würde und Königtum gegeben. Alle Völker, Nationen und Sprachen müssen ihm dienen. Seine Herrschaft ist eine ewige, unvergängliche Herrschaft. Sein Reich geht niemals unter. Selbstverständlich war das keine größenwahnsinnige Äußerung von Gott über Jesus. Er war kein Alexander der Große, kein Napoleon, Stalin, Hitler oder Sam Husein. Diese Menschen waren von einer enormen Macht berauscht und sie formten Menschen, die genauso waren. Jesus aber wirkt anders, er ändert die Menschen zum Guten. Petrus war impulsiv, Philippus war eher visionär, Thomas sehr vorsichtig und Matthäus ein berechnender Zöllner und durch den Kontakt mit Jesus änderten sie ihr Leben. Die Wirkung von Jesus hat auf die Menschen einen positiven Einfluss. Doch die Pharisäer waren ablehnend Jesus gegenüber und sie wollten ihn von ihren Knechten gefangen nehmen lassen. Als die Knechte aber Jesus sprechen hörten, lehnten sie es ab, diese Aufgabe zu erfüllen. Die Pharisäer fragten sie: Warum habt ihr Jesus nicht gefangen genommen. Sie antworteten: Noch nie hat ein Mensch so gesprochen.

Auch heute noch können wir die Stimme Jesu, die mit Vollmacht spricht,  hören. Mit Jesus kommt Friede in unser Herz und Sinn in unser Leben. Jesu Barmherzigkeit heilt unser Leben. Jesu Stimme ist anders als die, die wir im alltäglichen Leben hören. Aber wenn Jesus ein Betrüger wäre, hätte er sich dazu geäußert. Er aber hat nicht das Ziel, menschlichen Ruhm zu gewinnen, das war für die Pharisäer unverständlich. So musste er am Kreuz sterben, arm und verlassen! Jesus war kein Scharlatan und Petrus hatte Recht, als er sagte: Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes.

Wichtig ist, dass er auch für uns Gottes Sohn ist, dass Jesus für uns eine Autorität ist. Traurig ist es, dass sich die Menschen heute nicht von ihm beeindrucken lassen.  Sie folgen nicht der Stimme Jesu, sondern der Stimme der Welt. Jesu Lehre hat eine immerwährende Gültigkeit und wir können sie nicht mit Worten verwerfen. Leider denken heute viele anders, auch unsere Welt ist eine andere geworden als früher. Es ist daher gut, sich bewusst zu werden, dass Jesus auch heute noch der Sohn des lebendigen Gottes ist. Das hat aber auch Folgen für die Wirklichkeit unseres Lebens.

 

 

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