Zeichen des Sieges.

Dass euer Glaube nicht auf menschlicher Weisheit beruhe, sondern auf der Kraft Gottes“ 1 Kor 2,5.

Das Kreuz ist das Zeichen, mit dem Christus das Römische Reich besiegt hat. Es ist in der Tat ein bemerkenswerter Gedanke, dass Gott in diesem Fall den Krieg benutzt hat. Kann Krieg ein Mittel für Gott sein? Peter Winnemöller erklärt dieses Geheimnis damit, dass wir diese Welt auf eine sehr irdische Weise betrachten. Leider verloren Menschen an der Milvischen Brücke ihr Leben, wie auch in anderen Schlachten davor und danach. Gott wünscht sich Frieden, Frieden. Er will weder Krieg noch Gewalt. Christus hat uns gelehrt, auf Gewalt zu verzichten, auch wenn er wusste, dass wir Menschen nicht in der Lage sind, diesem Ideal zu folgen. Er selbst wurde schließlich Opfer brutaler Gewalt und starb einen schändlichen Tod. In der Auferstehung jedoch wurde die Gewalt, die er ertragen musste, in einen endgültigen Sieg verwandelt.

Und so kann Gott das Heil aus dem Krieg und aus der rohen menschlichen Gewalt heraus wachsen lassen. Wie das geschehen kann, liegt tief im Geheimnis Gottes verborgen. Diese Schlacht, die nicht weniger brutal war als andere Schlachten der Weltgeschichte, wurde für Gott zum Mittel, um die Botschaft der Erlösung zu verkünden, und zum Zeichen, durch das diese Botschaft das Römische Reich und Europa erreichte. Man könnte fast sagen, dass die Soldaten Konstantins, ohne es zu wissen, für das Opfer aller christlichen Märtyrer der vorangegangenen Jahrhunderte kämpften.

Der heilige Johannes von Damaskus hat es so formuliert: „Die Macht Gottes ist das Wort vom Kreuz, denn durch es ist uns die Macht Gottes, der Sieg über den Tod, verkündet worden, denn durch die Macht Gottes sind die Höhe und die Tiefe, die Länge und die Breite, das heißt alle sichtbaren Geschöpfe, vereinigt und befestigt worden, so wie die vier Seiten des Kreuzes durch seine Mitte befestigt und vereinigt sind.“

Hören wir auch auf die Worte des evangelischen Theologen Dietrich Bonhoeffer aus dem 20. Jahrhundert: „Der Gekreuzigte ist Gott, der Bestand hat. Auf diese Weise erlangt er Versöhnung für uns, sodass wir aufgerufen sind, ihm zu folgen. Wie er unsere Schuld trägt, so sollen wir die Lasten unserer Brüder tragen. Sein zu erfüllendes Gesetz ist das Tragen des Kreuzes. Die Last meines Bruders ist nicht nur seine äußere Unfähigkeit, sondern auch seine Sünden. Ich ertrage sie, indem ich ihnen in der Kraft des Kreuzes Christi vergebe. Das ist der Aufruf Jesu an alle, die ihm in der Gemeinschaft der Sündenvergebung folgen.“



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