23. Sonntag C 2013

Einleitung.
Am Sonntag kommen wir in die Kirche, um hier das Licht und die Stärkung für unser tagtägliches Leben zu empfangen. Aber das Licht des Evangeliums ist manchmal scharf, sodass es uns beunruhigt. Im heutigen Evangelium sagt Jesus zu uns: „Wenn jemand zu mir kommt und nicht Vater und Mutter, Frau und Kinder, Brüder und Schwestern , ja sogar sein Leben gering achtet, dann kann er nicht mein Jünger sein“ (Lk 14,26). Wie sollen wir diese Worte verstehen? Jesus sagt zu den Menschenmengen: Es ist nicht genug, dass wir mit mir von Ort zu Ort wandern,. Er will, dass wir den Willen Gottes über alles stellen, was uns in unserem Leben teuer und wichtig ist. Diese Jesus-Forderung ist nicht leicht.
Predigt.
Wenn wir Jesus nachfolgen wollen, müssen wir erwägen, ob wir willig und bereit sind, Gottes Willen/Jesus’ Gebot der Liebe an die erste Stelle in unserem Leben zu setzen. Wer das nicht will, kann Jesus nicht nachfolgen. Wir wurden Christen, ohne eigenes Zutun. Einfach, weil unsere Eltern uns taufen ließen. Das ist in Ordnung. Schlecht aber ist, wenn wir meinen, dass das Christentum die Sammlung von Religionswahrheiten ist, die wir kennen sollen , oder die Sammlung von Gebeten, die wir beten sollen. So stellten sich die Menschen, die Jesus nachfolgten, Religion damals vor. Solch eine Religion genügt für Jesus jedoch nicht. Vielleicht kennen Sie den mexikanischen Film „Die Perlen von heiligen Luzia“. In diesem Film wird das Religionsleben in einem mexikanischen Dorf gezeigt. Das Religionsleben ist dort sehr flach, formal. In diesem Film sehen wir, wie ein Vater das Geld für die Rettung seines Sohnes braucht. Sein Sohn ist nämlich sehr krank. Der Vater wendet sich an seine Mitbürger mit der Bitte um Hilfe. Er bittet sie, ihm das Geld zu leihen. Auf seine Bitte reagiert niemand. Im Dorf lebt eine alte Frau. Sie ist sehr fromm. In ihrem Zimmer hat sie viele heilige Bilder. In ihre Schuhe legt sie die kleinen Steinchen, damit sie die Verleugnung aus der Liebe zu Jesus macht. Sie geht regelmäßig zur Beichte und zur heiligen Kommunion. Doch auch sie hilft der Familie, die Hilfe braucht nicht. Im Film sehen wir, wie der unglückliche Vater zum Pfarrer geht und um Hilfe bittet. Aber dieser Gottesdiener sendet den Vater in die Kirche zur Statue der heiligen Lucia, damit sie ihm hilft. Der Vater betet innig und bittet die heilige Luzia, um ihm eine Perle, die sie um ihr Haupt hat, zu borgen. Siehe. Sie gibt ihm das Zeichen, dass sie ihm die Perle borgt, und er nimmt sie. Aber die Mitglieder des Pfarrgemeinderats nehmen wahr, dass die Perle fehlt. Sie glauben nicht, dass die heilige Theresia, die Erlaubnis gab die Perle wegzunehmen. Sie schlagen den unglücklichen Vater und werfen ihn ins Gefängnis. Die Menschen unternehmen alles, um die Perle von heiligen Luzia zurückzugewinnen, aber für die Rettung des sterbenden Kindes unternehmen sie überhaupt nichts. Wollen wir mit einem solchen Christentum sympathisieren? Solches Christentum ist von Jesus doch weit entfernt. Das Christentum nach dem Konzil brachte viele Reformen hervor. Ich möchte hier erwähnen, dass Papst Johannes XIII. auf die Tiara/die Papstkrone verzichtete, und er trägt die Leinenmitra, wie die anderen Bischöfe. Für das richtige Beispiel des christlichen Lebens gehen wir zu Maria. Schauen wir uns nur an, wie sie zu ihrer Verwandten Elisabeth eilt, um ihr zu helfen. Oder schauen wir, wie sie bei der Hochzeit in Kana hilft. Und zum Schluss sehen wir, wie sie unter dem Kreuz steht. Was charakterisiert ihr Christentum am meisten? Das ist die Liebe. Jesus verlangt von uns, dass wir ihn vor alles bevorzugen. Aber ihn zu bevorzugen bedeutet, das Gebot der Liebe umzusetzen. Unser Christentum kann nicht vom praktischen Leben abgerissen werden. Und der jetzige Papst Franziskus gibt uns in diesem Bereich ein schönes Beispiel .

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