25.Sonntag im Jahreskreis C
25. Sonntag im Jahreskreis C
Einleitung
Im Lateinischen gibt es den Ausspruch: Quidquid agis, prudenter agas et respice finem. Was auf Deutsch so viel bedeutet, wie: „Was auch immer du tust, tue es klug und bedenke“das Ende. Ich glaube, dass dieser Satz sehr viel aussagt und uns zu denken geben soll. Um
etwas Ähnliches geht es im heutigen Evangelium, wo Jesus einen Verwalter lobt, dass er klug handelt.
Predigt
Vielleicht werden Sie, nachdem sie dieses Evangelium gehört haben, sagen: „Wie konnte Jesus einen Verwalter loben, der Schuldscheine fälschte.“ Das möchte ich Ihnen nun erklären.
Jesus lebte in Palästina unter Menschen, zu denen er, um etwas zu verdeutlichen, gerne in Bildern sprach. Da gibt es viele Beispiele. Ich denke da an die Geschichte, wo sich Jesus mit einem Dieb vergleicht und sagt: „Wenn der Herr des Hauses wüsste, in welcher Stunde der
Dieb kommt, so würde er verhindern, dass man in sein Haus einbricht. Haltet auch ihr euch bereit! Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, in der ihr es nicht erwartet.“ Damit ist sicherlich nicht gemeint, dass Jesus gleich einem Dieb ist, aber es wird damit ausgedrückt, dass er unerwartet kommen wird, so wie eben ein Dieb.
Im heutigen Evangelium lobt Jesus nicht in jeder Hinsicht den Verwalter, er tut dies nur deshalb, weil dieser so klug ist, sich seine Zukunft zu sichern. Er hat vor, uns damit zu belehren, dass auch wir um unsere Zukunft besorgt sein sollen, vor allem um diejenige, die nach unserem Tod kommt. Jesus sagt auch: „Die Kinder dieser Welt sind im Umgang mit den Menschen ihresgleichen klüger als die Kinder des Lichtes.“ Wir Christen sollen die frohe Botschaft von Jesus annehmen. Aber zeigen wir genug Eifer für seine Botschaft? Bemühen wir uns nicht. Manchmal zeigen wir zu wenig Eifer, um unsere ewige Zukunft zu sichern. Wir sind lau in unserem Glauben und wir sollten eigentlich ansteckend für andere sein und sie zum Glauben ermutigen.
Vom Heiligen Johannes Chrysostomos gibt es einige bemerkenswerte Aussagen: „Wir Menschen sollen in der Welt für andere zum Licht und zum Sauerteig werden. Es gäbe keine Heiden, wenn wir wahre Christen wären. Wahre Christen leben nach den Geboten Gottes,
doch wir zeigen den Heiden nur unsere irdische Gesinnung und unser irdisches Tun.“ Und er sagte weiters: „Viele Menschen beten das Geld an, anstelle Gottes. Sie haben Angst vor dem Tod und sind ungeduldig beim Ertragen von Krankheiten. Sie suchen nach Ruhm und Macht und wollen reich werden. Wie sollen da die Heiden zum Glauben kommen?“
Der Heilige Paulus war ein eifriger Christ, der viele Menschen für Christus gewonnen hat. Und es gibt auch erfreulicherweise heute noch Menschen, die von Christus begeistert sind. Ich denke da an eine Geschichte, die sich auf einem Stadtplatz in New York ereignete.
Das waren zwei junge Menschen: Der eine rollte die amerikanische Fahne aus und der andere begann, lautstark auf einer Trompete zu blasen. Bald hatte sich eine beträchtliche Menschenmenge um sie versammelt. Die meisten jungen Leute aber hatten traurige Gesichter und schmutzige Kleider an. Es waren Menschen verschiedener amerikanischer Banden. Da sagte der Trompetenbläser zu ihnen: „Ich sehe euch an, dass ihr mit eurem Leben nicht zufrieden seid.
Aber ich kenne ein großes unsichtbares Wesen, das auch alle liebt und euch helfen will, das euch in glückliche Menschen verwandeln will.“ Da trat plötzlich ein starker Junge namens Nicky, der Anführer der stärksten Bande, vor und sagte: „Schweig und verschwinde, wenn dir dein Leben lieb ist!“ Der Trompeter schaute ihm ganz ruhig ins Gesicht. Er meinte: „Auch wenn du mir nach dem Leben trachtest, hört der, der alle Macht hat, nicht auf, dich zu lieben, dich zu verwandeln und dich glücklich zu machen!“ Nach diesen Worten schlich sich Nicky mit gebeugtem Kopf aus der Menschenmenge weg. Seine Freunde suchten drei Monate nach ihm. Was war geschehen? Nicky war in sich gegangen und hat über den Sinn seines Lebens nachgedacht. Und es wurde das Unmögliche möglich. Nicky ist zum Schwärmer für Jesus Christus geworden. Heute kommt er in die Stadt und trifft sich mit jungen Menschen, die nicht tugendhaft leben. Er erzählt ihnen von seiner Vergangenheit und wie Jesus ihm geholfen hat, den Sinn des Lebens zu finden. Er erzählt ihnen mit voller Begeisterung von seinem Glück, das er in Jesus Christus fand. Er will die jungen Menschen für Christus ebenso begeistern.
Auch wir sollen unsere Begeisterung für Jesus zeigen, und dies kann ganz ohne Trompeten, Fahnen oder lautes Geschrei geschehen. Wir können unsere Begeisterung für Jesus zeigen, nicht nur in Worten, sondern besonders in Taten der Liebe. So können wir helfen, dass viele den Weg zu Christus finden. Zum Abschluss möchte ich Ihnen ein Gebet ans Herz legen, das vom Heiligen Franz von Assisi stammt: „Herr, mach mich zu einem Werkzeug des Friedens, dass ich liebe, wo man hasst, dass ich verzeihe, wo man beleidigt, dass ich verbinde, wo Streit ist, dass ich Glauben bringe, wo Zweifel droht, dass ich Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält, dass ich Licht entzünde, wo Finsternis regiert, dass ich Freude bringe, wo der Kummer wohnt.“ Amen.
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