Der Pastoral plan einer Pfarre

Ziel: Die Pfarre soll die Gemeinschaft aller Gemeinschaften und Gruppierungen sein, in der jeder die Gemeinschaft finden kann, die am besten seinen Vorstellungen entspricht. Das Ziel ist  eine gut funktionierende lebendige Pfarre, die die Möglichkeit bietet, die Persönlichkeit des Menschen zu formen, damit er fähig ist, seine Mission in der Welt zu erfüllen.   Es ist nicht das  Ziel, viele Aktivitäten anzubieten. Bei zu vielen Aktivitäten verliert sich der Mensch leicht.

Viele sehen die Pfarre nicht als ein Amt, das man nur bei Bedarf besucht.   Wenn mein Kind krank ist, gehe ich mit ihm zum Arzt; brauche ich Milch,  gehe ich ins Geschäft, nur brauche ich eine Taufe, gehe ich ins Pfarramt. Eine Pfarre ist mehr als ein Pfarramt. Die Pfarre ist der Ort, an dem unser Glaube wachsen und sich entwickeln kann. Glaube ist nicht nur meine Privatsache. Heute ist die Pfarre nicht nur der Raum, in dem die Menschen leben, sondern darüber hinaus: Manche wohnen zwar in der Pfarre, arbeiten aber an einem anderen Ort. Es gibt auch einige Menschen, für die  nur die materiellen Werte zählen. Für sie ist nur Geld, Reichtum und  eine gute Stellung, wichtig. Andererseits gibt es aber auch Menschen, die Hunger haben nach geistlichen Werten.  Die Pfarre soll daher für jene Menschen diese Werte anbieten. Sie soll Menschen dafür gewinnen und ihnen vermitteln, dass der Glaube an Jesus Christus ihrem Leben Erfüllung geben kann. Der Priester kann das alles nicht alleine machen. Er braucht Helfer. Darum ist es bedeutsam, Menschen zu befähigen, Verantwortung für einzelne Gebiete des Pfarrlebens zu übernehmen. Jeder von uns hat seine speziellen Gaben, jeder kann etwas beitragen. Man muss überlegen:  Was für eine Gabe habe ich bekommen? Was kann ich anbieten?  Viele Menschen machen deshalb nichts für die Pfarre, weil sie meinen, sie könnten Fehler machen, weil sie nicht vollkommen sind. Jeder Mensch hat aber seine Fehler, niemand ist vollkommen.  Wer etwas macht, wird durchaus Fehler machen.  Nur Menschen, die nichts machen,  machen keine Fehler. Der Erfolg der Pastoral in der Pfarre  hängt nicht von der Menge der Aktivitäten ab. Jede Aktivität muss ein höheres Ziel haben. Sie  soll den Menschen zu Gott führen, die Persönlichkeit des Menschen entwickeln und   Gemeinschaft bilden. Wenn in einer Pfarre nur ein paar aktive Menschen sich engagieren, dann besteht die Gefahr, dass die anderen nur Konsumenten sind. Darum ist es notwendig, möglichst viele Menschen in jede Tätigkeit einzubeziehen. Diese Menschen werden sich dann mit diesen Tätigkeiten identifizieren, und ihre Talente werden sich weiterentwickeln. Man muss sich bewusst werden, dass es nur möglich ist, etwas zu verwirklichen, wenn wir mitarbeitet. Jede Pfarre sollte einen Pastoral plan mit ihren Tätigkeiten erstellen. Er soll die konkrete Situation darstellen und auch die Möglichkeiten aufzeigen, die die Pfarre hat. Diesen Plan kann man dann auch von Zeit zu Zeit ändern und, wenn es notwendig ist, an die gegebene Situation anpassen.

Eine Pfarre ist wie eine Familie. In jeder christlichen Familie sind für das harmonische Zusammenleben drei Bereiche essenziell:

* Die Beziehung zu Gott, das Gebet, die Hl.Messe, das geistliche Leben und alles, was dazu gehört.

* Die Arbeit,  um die Möglichkeiten und Dinge  zu schaffen, die die Familie zum Leben braucht.

* Unterhaltung durch Ausflüge, Feiern, Hobbys, Sport

Wenn die Familie einen  dieser drei Punkte vernachlässigt, beginnt sie zu zerfallen. Professor Vladimir Satura sagte: „Damit der Mensch  gesund leben kann, braucht er für ein ausgewogenes Gleichgewicht diese drei Bereiche:

 * Kontakt mit Gott, Meditation, Kontemplation

* Leistung, Arbeit

* Extase, Unterhaltung, Feiern, Hobbys

Eine Pfarre ist mehr als nur  eine gut funktionierende Organisation. Die Pfarre soll die  Gemeinschaft der Menschen sein, die miteinander und vor allem mit Christus verbunden sind. Das sollte die erste Aufgabe jeder Pfarre sein, nur so kann sie gut funktionieren. Möglich ist das aber nur mithilfe des Heiligen Geistes.

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