17. Sonntag A Mt 13, 44-55
Einleitung
Viele Menschen sagen: „Wer Geld hat, hat alles. Man kann dann alles kaufen, wonach das Herz begehrt. Sie wollen viel Geld haben, damit sie alles kaufen können, was ihnen Spaß und Freude macht: Autos, Häuser, Schmuck und vieles mehr. Reichtum ist für sie die essentiellste Sache der Welt. Die Aussage Jesu im heutigen Evangelium wird viele Menschen überraschen. Er erzählt nämlich von einem Wert, der weitaus bedeutender ist als die teuersten Schätze der Welt, kostbarer als die prächtigsten Perlen. Dieser Wert ist das Himmelreich.
Predigt
Sie wissen, wenn wir vom Himmel sprechen, denken wir nicht an den Raum, der sich über der Erde wölbt. Wir bezeichnen im Sprachgebrauch natürlich auch den Raum über uns als Himmel. Wir sprechen von den Sternen am Firmament und von der Sonne, die vom Himmel her abstrahlt. Allerdings haben dieser räumliche Himmel und das Himmelreich – das Reich Gottes – nichts gemeinsam.
Warum nicht? Der Himmel über uns ist etwas, das wir sehen können. Das Reich Gottes – auch als Himmelreich bezeichnet – ist für uns unsichtbar. Zu denken, dass Gott dort irgendwo oben auf einem Thron sitzt, umgeben von Engeln, und dass dies so hoch oben ist, und dass wir daher seine Pracht und Herrlichkeit mit den Augen nicht sehen können, ist nicht richtig. Dass dies ein Irrtum sei, erfuhr auch der erste Kosmonaut Jurij Gagarin, der nach seiner Rückkehr aus dem Weltall erklärte: „Ich habe Gott dort oben nirgendwo gesehen.“ So ist es – Kosmonauten können monatelang im Weltall herumfliegen oder auf irgendeinem Planeten landen; sie werden dort niemals Gott noch Engel treffen.
Als einfache Menschen werden wir uns dann fragen: Was ist das Reich Gottes? Ich würde darauf antworten: Das ist der Zustand des größten Glücks und eine unendliche Freude, die der Mensch mit Gott im Jenseits erleben wird. Diese Welt ist uns Menschen jetzt noch unsichtbar. Wenn im Himmelreich der Materialismus entscheidend wäre, wäre das sehr armselig, denn alles, was wir mit den Augen sehen können, gehört zu den unwesentlichen Dingen, was die Ewigkeit betrifft. Was wir bisher nicht sehen konnten, ist so fabelhaft und imposant, dass wir es uns nicht vorstellen können. Dazu ein Vergleich: Wir sehen mit unseren Augen etwa ein Pferd oder einen Elefanten, aber wir können nicht die Elektrizität, den Magnetismus und die Atomkraft sehen. Das sind alles Imposante und großartige Tatsachen, die für uns sehr bedeutend sind und nicht mit der Kraft eines Pferdes oder eines Elefanten vergleichbar sind.
Auch das Himmelreich gehört zu dieser großartigen Wirklichkeit, die aber noch viel, viel bedeutender ist, denn es ist der Sinn und das Ziel unseres Lebens. Wenn das nicht so wäre, würden viele Menschen ihre Belohnung für das Gute, das sie auf Erden getan haben, nie erhalten. Hier auf Erden gibt es keine Gerechtigkeit. Daher ist nichts auf der Welt kostbarer als das Leben mit und in Gott. Wenn uns der große Wert einer Freundschaft mit Jesus und das ewige Glück bei ihm bewusst sind, dann werden wir wie der Mann im heutigen Evangelium handeln, der um jeden Preis den Schatz gewinnen wollte.
Leider gibt es Menschen, die viel opfern, um das zu gewinnen, was ihnen am Herzen liegt. Ich denke da zum Beispiel an Sammler, die alles geben, um für ihre Sammlung Gegenstände zu erwerben, an denen es ihnen besonders liegt. Sie sind bereit, für ihre Sammlerleidenschaft alles zu geben, Millionen auszugeben für verschiedene Kunstwerke oder Papiere, die von prominenten Persönlichkeiten unterschrieben sind. Traurig ist aber, dass diese Menschen kaum fähig sind, zu begreifen, was für ein großes Glück und überwältigende Freude es ist, einmal im Reich Gottes zu leben.
Wie können wir das Himmelreich gewinnen? Dazu brauchen wir Hilfe. Mit unseren eigenen Kräften können wir das nicht. Gott bietet uns seine Hilfe an und wir müssen sie annehmen und an uns arbeiten.
Dazu ein Beispiel: Bei einer Jagd gelangte der König zu einer Einsiedelei tief im Wald. Er war überrascht, dort einen Menschen anzutreffen. Er fragte den Einsiedler: „Warum lebst du hier?“ Er antwortete: „Ich bin hierhergekommen – wie Sie –, um zu jagen. Ich jage aber nicht nach Wild, sondern nach dem Himmelreich. Dieses Reich können wir nicht für Geld kaufen; es kann uns nur geschenkt werden. Es wird nur jenen geschenkt, die sich darum bemühen.
Es wäre schön, wenn wir uns alle darum bemühen würden, das Reich Gottes zu erlangen. Dies könnten wir erreichen, indem wir das Wort Gottes hören, danach leben und handeln und die vielen Gnaden, die Gott uns anbietet, annehmen. Das wunderschöne Beispiel der kostbaren Perle möge uns daran erinnern.
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