Lectio Divina – die Gebetsform

Lectio Divina ist so alt wie das Christentum. Das ist das Gebet meditativ, kontemplativ. Es verkettet verschiedene Aktivitäten eines betenden Menschen, Lesen, um ihn zu Gott zu führen.

Vorgang

Das  – der Ausgangspunkt ist der Text der Bibel.

Die Betrachtung – die Analyse des Lesens und die Bestrebung nach dem besten Verständnis.

Die Meditation – es ist das tiefe „Überleben“  und das Bewusstsein der erkannten Wahrheit. Die Meditation  erweckt die Gefühle, die das Innere des Menschen  treffen.

Die Kontemplation – das ist das Schauen ins Gesicht des Bräutigams und das Ruhen in seinen Armen.

Das Lesen – Der biblische Text soll klar, lesbar und angemessen verständlich sein. Die Gottesliebe ist in ihm offenbart und sichtbar. Außerdem ist das Wort Gottes lebendig und wirksam. Wir wählen einen kurzen  Ausschnitt mit einem geschlossenen Gedanken aus.

Ziel: Den Text zu verstehen. Wir werden uns dessen bewusst werden, dass die Bibel in einer ganz anderen Kultur geschrieben wurde – von Menschen, die vor 2000–4000 Jahren lebten. Ihre Sprache zu verstehen und Zusammenhänge zu erkennen, ist nicht immer leicht. Lassen wir uns durch den Text ansprechen und damit den Boden für einen weiteren Schritt  vorbereiten,  und das ist die Betrachtung. Wir lesen den ausgewählten Text. Viele Wörter, Termine und Wortverbindungen werden uns gleich nicht klar. Die verschiedenen biblischen Kommentare werden uns helfen. Versuchen wir, die Parallelstellen zu finden, die von derselben Geschichte  aus einer anderen Perspektive erzählen. Zur Illustration. Ein Priester sagte einmal. Im Evangelium lesen wir: „Wenn man euch aber in einem Ort nicht aufnimmt und euch nicht hören will, dann geht weiter und schüttelt den Staub von euren Füßen zum Zeugnis gegen ihn.“ Mr 6,11 Der Priester sagte. Wir haben die Absicht, mich nicht zu hören und so gehe ich von euch weg.  Davon spricht auch Jesus in Mr 6,11. Hat dieser Priester recht? Ist das die biblische Einstellung? Lesen wir das Evangelium: „Er rief die Zwölf zu sich und sandte sie aus, jeweils zwei zusammen.“ Er gab ihnen die Vollmacht, die unreinen Geister auszutreiben. Außerdem gebot er ihnen, außer einem Wanderstab nichts auf den Weg mitzunehmen: kein Brot, keine Vorratstasche, kein Geld im Gürtel, kein zweites Hemd und an den Füßen nur Sandalen. Und er sagte zu ihnen: Bleibt in dem Haus, in dem ihr einkehrt, bis ihr den Ort wieder verlasst. Mr. 6,7-11. Hat dieser Priester recht? Nein. Die Worte Jesu beziehen sich  auf  die Wanderevangelisation, wenn wir zu den fremden Menschen kommen, die nicht gerufen werden. Die Hilfe, damit wir den Text verstehen. Die Hilfe kann für uns  die Software BibleWorks sein. Wenn wir den Text schon gelesen haben, fangen wir ihn langsam zum zweiten Mal an. Beim Lesen suchen wir nicht nach etwas Interessantem oder Besonderem, sondern nach etwas, das uns persönlich anspricht. Wenn wir angesprochen sind, hören wir mit der Wiederholung des Lesens auf und kommen zur Betrachtung. Ein Gedanke, das Bild  – das ist etwas, was uns persönlich ansprach. Wir sollten entdecken, was die Hauptaussage des Textes ist, anstatt abstrakte theologische Konstruktionen zu entwickeln, und stattdessen auf die Frage zu antworten, was mir persönlich an diesem Text spricht. Das Ziel ist nicht die abstrakt-theologische Konstruktionen zu  entwickeln, aber antworten auf die Frage was spricht zu mir persönlich dieser Text. Während der Betrachtung kommen uns verschiedene Informationen in den Sinn: Was sollen wir tun? Was sollen wir vermeiden? In Zukunft werden diese Informationen eine große Rolle spielen. Jetzt aber konzentrieren wir uns darauf, was der durchgelesene Text zu unserer persönlichen  Situation spricht. Fassen wir diese Aussage in einen kurzen, mit Emotionen gespickten Satz zusammen. Es ist wichtig, dass dieser Satz für uns verständlich ist. Das ist ein sogenannter meditativer Satz.

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