Diejenigen, die der Heilige Geist führt I
Wir sind also nicht dem Fleisch verpflichtet, Brüder, sodass wir nach diesem leben müssten. Wenn ihr nach dem Fleisch lebt, müsst ihr sterben; wenn ihr aber durch den Geist die sündigen Taten des Leibes tötet ,werdet ihr leben.“ Röm 8,12-14
Die Worte Paulus‘ sind klar. Es gibt auf der Welt die Söhne der Welt, die das eigene Fleisch führen, und es gibt die Gottes-Söhne, die den Gottesgeist führen. Damit wir diese Worte begreifen, müssen wir genau die Bedeutung des Wortes „Fleisches“ in diesem Paulus-Ausspruch kennen. Das griechische Wort „sarx“ bezeichnet den Körper, etwa die körperliche Hülle des Menschen. Darum begriffen einige ,, Ströme“ der Philosophen zum Beispiel die Gnostiker vom zweiten Jahrhundert nach Christus die Redewendung von Paulus ,, die Taten des Leibes “ ausschließlich im Sinne der körperlichen Notdurft und Begierden. Darum verkündeten sie die strenge Askese. Im Gegenteil bezeichnet der heilige Paulus mit dem Wort „Leib“ den ganzen Menschen. Darum schreibt er; ,, „Die Werke des Fleisches sind deutlich erkennbar: Unzucht, Unsittlichkeit, ausschweifendes Leben, Götzendienst, Zauberei ,Feindschaften, Streit, Eifersucht, Jähzorn, Eigennutz, Spaltung, Neid und Missgunst, Trink und Essgelage. Nehmen wir wahr, dass unter die Werke des Fleisches auch solche Posten, „Ausführungszeichen“, gesagt, gerieten, wie Neid, Eifersucht , Götzendienst, Zauberei. Also die Werke, die nicht von körperlicher Notdurft ausgehen, sind aber die Frucht des menschlichen Herzens, Verstandes und der Gefühle. Dem Paulus geht es um eine einfache Sache, die wir leicht nachvollziehen können.
1 Gott möchte, dass wir ihm ähnlich sind und ein göttliches Leben führen. So wie nur ein Millionär das Leben eines Millionärs führen kann, kann auch nur ein Sohn Gottes ein göttliches Leben führen. Grignion de Montfort schreibt darüber. Was für ein bewundernswertes Werk! Staub wurde zu Licht, Mist zu Reinheit, Sünde zu Heiligkeit, Mensch zu Gott.
2 Gott ist anders als jedes andere Geschöpf. Im Alten Testament lesen wir: „Denn wer über den Wolken ist wie der Herr, wer von den Göttern ist dem Herrn gleich?“ Gewaltig ist Gott im Rat der Heiligen für alle rings um ihn herum; er ist groß und furchtbar. Herr, Gott der Heerscharen, wer ist wie du? Mächtig bist du, Herr, und von Treue umgeben.“ Psalm 89, 7-9. Auch wenn der Mensch nicht gesündigt hätte, wäre er dem Gott nicht ähnlich. Der Mensch ist Gott noch unähnlicher, wenn er sündige und zum Bösen geneigt ist.
3. Wenn wir so wie Gott sein sollen, müssen wir Gott ähnlich werden. Wer aber weiß, wie Gott ist. In der Heiligen Schrift steht: „Denn uns hat es Gott durch den Geist, der Geist, ergründet alles, auch die Tiefen Gottes“ (1 Kor 2,10). Nur der Heilige Geist kann uns auf der Reise der Angleichung an Gott helfen. Nur er kann uns die Kraft und Gnade dieses übermenschlichen, ungesehenen Werks, das Werk der Vergöttlichung des Menschen, verwirklichen. Wenn wir, wie die Menschen, ohne Rücksicht darauf, ob unsere Gesinnung gut oder böse ist, denken, dann sind wir ihrem Standard entsprechend. Unsere Taten und Entscheidungen sind untergeordnet unseren kleinen menschlichen Kräften und Möglichkeiten. Nur dann, wenn wir uns durch den Heiligen Geist führen lassen, beginnen wir uns dem Gott anzuleihen. Wir stoßen auf den landläufigen Irrtum, den wir als „Bonbonchristentum“ bezeichnen können. Viele Menschen stellen sich den Himmel als einen Ort vor, an dem die Guten belohnt werden. So wie ein Kind, das für die Eins in der Schule ein Bonbon bekommt. Daraus kommt die Überzeugung: Wenn ich nichts Böses mache, ich niemanden getötet habe, ich nichts gestohlen habe usw., komme ich in den Himmel. Der Himmel ist aber kein Ort, sondern ein Zustand. Der Himmel ist nicht für die Belohnung bestimmt, im Gegenteil. Der Himmel ist gratis, umsonst; „Wer durstig ist, den werde ich umsonst aus der Quelle trinken lassen“ (Offb 21,6). Jesus sagt, dass er die Sünde rufen kommt. Ob wir im Himmel sind oder nicht, hängt ausschließlich von unserer Bereitwilligkeit ab, so wie es wesentlich ist, Gott zu werden. Sich selbst zu sterben und aufs Neue von Gott geboren zu werden. Jesus antwortete ihm. Amen, Amen, ich sage dir. Wer nicht von Neuem geboren wird, kann das Reich Gottes nicht sehen. …Was aus dem Fleisch geboren ist, das ist Fleisch, was aus dem Geist geboren ist, das ist Geist. Paulus verwendete ein anderes Bild, das Jesus im Gespräch mit Nikodemus noch nicht verwenden konnte. Wisst ihr denn nicht, dass wir alle, die wir auf Christus Jesus getauft wurden, auf seinen Tod getauft wurden? Wir wurden mit ihm begraben durch die Herrlichkeit des Vaters von den Toten auferweckt, so sollen auch wir als neue Menschen leben. Wenn wir nämlich ihm gleich geworden sind in seinem Tod, dann werden wir mit ihm auch in seiner Auferstehung vereint sein. Wir wissen doch. Unser alter Mensch wurde gekreuzigt, damit der von der Sünde beherrschte Leib vernichtet werde und wir nicht deren Sklaven bleiben. Denn wer gestorben ist, ist von der Sünde frei geworden. Sind wir nun mit Christus gestorben, so glauben wir , dass wir auch mit ihm leben werden.“ Röm 6,3-8. Es ist nicht möglich, aufs Neue geboren zu werden, ohne zuvor selbst zu sterben. Es ist nicht möglich, wieder geboren zu werden , ohne dass wir uns zuerst selbst sterben. Jesus sagte: ‚Das ist klar.‘ „Wer mein Jünger sein will, der verleugnet sich selbst, nimmt sein Kreuz auf sich, folgt mir nach“ Mt 16,24. Folgen Jesus bedeutet, seinen Willen zu empfangen und sich mit ihm zu identifizieren. Paul sagte: „Ich bin mit Christus gekreuzigt worden, nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir“ (Gal 2,19). Der Heilige Geist lehrt uns, den Willen Gottes kennenzulernen. Es ist also notwendig, dass unser Leben vom Heiligen Geist geleitet wird. Aber nicht nur in den großen, wichtigen Angelegenheiten, sondern auch in den Kleinigkeiten, in den unbedeutenden Sachen können wir das so äußern. Richtig gesagt. Keine Sache in unserem Leben ist unbedeutend. Diese Führung durch den Heiligen Geist zeigt sich so, dass unser Herz zu Gott gewendet ist, dass wir täglich Worte von Jesus hören und darüber nachdenken. Und dann diese Worte oder die Lehre Jesu in unserem Leben verwirklichen.
Dieser Beitrag wurde unter
Andere veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den
Permalink.