Fest der Heiligen Familie B) (Lk 2,22–40).
Die Heilige Familie B 2014 – Dir selbst aber wird ein Schwert durch die Seele dringen
Einleitung
Nach der Geburt eines Kindes wünschen wir seinen Eltern, dass sie sich über das Kind freuen. Wenn wir aber Eltern fragen, die schon älter sind und einige Kinder erzogen haben, werden sie sagen, dass ihnen ihre Kinder nicht immer nur Freude bereitet haben, sondern auch Kummer und Sorgen. Später, wenn die Kinder erwachsen sind, bereiten sie ihren Eltern so manche Sorgen. Ja, bei der Geburt oder nach der Taufe eines Kindes wünschen wir, dass sie viel Schönes mit ihrem Kind erleben. Doch das Leben ist nicht immer paradiesisch.
Predigt
Der alte Simeon sagte zu Maria und Josef, dass Jesus ein Zeichen sein wird, dem widersprochen wird. Und er sagte das nur konkreter zu Maria mit den Worten: „Dir selbst aber wird ein Schwert durch die Seele dringen.“ Was meint er mit diesem Schwert? Damit meint er, dass es jene Menschen sein werden, die Jesus töten werden. Obwohl das für Maria schwer zu verstehen war, glaubte sie den Worten des Simeon. Sie nahm sich auch vor, stets den Willen Gottes zu erfüllen. Wir dürfen dabei aber nicht glauben, dass Maria keine Probleme zu bewältigen hatte. Maria war Mutter und wie jede andere musste sie auch leiden. Dieses Leid ertrug sie nur, weil sie einen starken Glauben an Gott hatte und aus Liebe zu ihrem Kind, von dem sie auch wusste, dass es nicht ihr allein gehörte. Marias Mutterschaft war nicht gekennzeichnet davon, Jesus gänzlich zu besitzen, sondern sie musste ihn loslassen und mit der Menschheit teilen, für die er Mensch geworden ist. Das zeichnet die Größe Mariens aus.
Einmal las ich folgende Geschichte: Es war eine Frau namens Magdalena, die sieben Jahre verheiratet war und zwei hübsche Kinder hatte. Leider gab es in ihrer Ehe erhebliche Probleme. Da sagte ihre Mutter eines Tages zu ihr: „Ich möchte dir einen guten Rat geben, den mir schon meine Mutter gegeben hat.“ Sie hat mir auch befohlen, diesen Rat bei passender Gelegenheit und wenn die Zeit dazu passt, an dich weiterzugeben. Das will ich jetzt tun. Für eine glückliche Ehe sind drei Dinge wichtig:
1) In der Ehe sollst du dich niemals selbst loben. Du sollst auch deinem Mann nie sagen, dass du dir mehr Mühe gibst als er. Du sollst nie aufzählen, was du alles gemacht hast, und dass er fast nichts gemacht hat. Wenn du mit deinem Mann solche Vergleiche anstellst, wird deine Ehe zerbrechen!
2) Nimm dir Zeit für deine Kinder. Du sollst nie sagen, dass du keine Zeit hast und dass sie später wiederkommen sollen. Wenn du nämlich keine Zeit für deine Kinder hast, dann wird einmal die Zeit kommen, in der deine Beziehung zu ihnen langsam zerfällt.
3) Vergiss niemals das Gebet – keinen Tag! Wenn du mit Gott nicht mehr über deine Familie sprichst, dann nimmst du ihnen das wertvollste Geschenk, das du ihnen zu geben vermagst!
Als ihre Mutter das Gespräch beendet hatte, sagte Magdalena: „Du gibst mir schöne Ratschläge.“ Warum hast du mir das alles nicht schon vor sieben Jahren gesagt? Diese Ratschläge hätten mir sehr geholfen. Da antwortete ihre Mutter: „Ich wollte dir das schon früher sagen, aber du warst nicht bereit, diese Wahrheiten anzunehmen.“ Da warte ich eben noch eine Weile, bis du verstehst, was ich dir sagen möchte, und dass du bereit bist, mir zuzuhören.
Vielleicht haben auch Sie, liebe Eltern, verschiedene Vorstellungen und Sehnsüchte in Ihre Ehe mitgebracht. Vielleicht hatten sie ähnliche Gefühle bei der Geburt ihrer Kinder. Vielleicht hätten auch Sie weggeschaut, wenn Ihnen jemand von möglichen Schwierigkeiten erzählt hätte. So geht es sicherlich vielen jungen Menschen heutzutage und sie nehmen wohlmeinende Ratschläge nicht gerne an. Eltern, die schon reifer sind, erkennen oder haben erkannt, dass zum Familien- und Eheleben auch Kummer und Leid gehören und manchmal ein Kreuz zu tragen ist. In solchen Augenblicken ist es unerlässlich, den Wert einer Beziehung zu erkennen. Mit Gottes Hilfe ist es möglich, dass menschliche Liebe und Beziehungen nicht zerbrechen, sondern wertvoll bleiben. Da ist das Gebet besonders bedeutsam, damit man seinen Egoismus leichter bekämpfen kann. So konnten auch Maria und Josef das, was ihnen Simeon prophezeit hatte, leichter verstehen und ertragen.
Denken wir am heutigen Festtag besonders an unsere eigenen Familien, stellen sie unter besonderen Schutz der Heiligen Familie und weihen sie ihr! Wenn eine Familie auf Gott vertraut und nach seinem Willen und Plan lebt, ist Jesus immer anwesend!
Dieser Beitrag wurde unter
Andere,
Katechesen,
Sonntagpredigt veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den
Permalink.