3. Sonntag im Jahreskreis B – Mk 1,14-20

3.Sonntag B 2015  – Das Leben nicht vergeuden

Einleitung

Wir denken über unser Leben nach und stellen uns ernsthafte Fragen. Wir fragen zum Beispiel: „In welcher Welt leben wir?“ oder „Was sollen wir machen, damit sich das Leben ändert? Oder „Was sollen wir glauben, damit wir keine Enttäuschung erleben?“ Jesus gibt uns auf diese Fragen konkrete Antworten: Wir sollen so leben, dass unser Leben  eine erfüllte Zeit ist. Wir können unser Leben ändern, wenn wir Buße tun. Wir sollen an das Evangelium Jesu Christi glauben.

 Predigt

Die Zeit ist erfüllt.  Das hat zwei Bedeutungen. Erstens: Wir leben in einer Zeit, die erfüllt ist von Gottes Versprechungen. Die Fülle der Zeit beruht auf der Person Jesu Christi, mit ihm ist das Reich Gottes, in dem wir leben,  uns näher gekommen. Zweitens: Diese Zeit ist unsere persönliche Zeit, unser Leben. Wir sollen so leben, dass wir die Nähe Gottes erleben und spüren.

Was bedeutet „Buße zu  tun“? Die Zeit ist nur eine erfüllte Zeit, wenn wir an eine persönliche Änderung in unserem Leben denken. Wenn der Mensch sich nicht ändern will, ist es für ihn eine verlorene Zeit. Was bedeutet: „Glaubt an das Evangelium!“? Durch den Glauben an das Wort Gottes entdeckt der Menschen einen neuen Sinn für sein Leben, er nützt die Zeit besser. In den Evangelien lehrt uns Jesus, wie wir leben sollen, dass das Reich Gottes uns immer näher kommt.

Ein persischer Schah rief die drei größten Weisen zu sich und stelle ihnen eine schwere Frage. Er fragt sie: „Was ist das größte Unglück im Leben?“ Der erste antwortete: „Das größte Unglück ist es, krank zu sein.“ Der zweite antwortete: „Das größte Unglück ist es, alt zu sein.“ Und der dritte antwortete: „Das größte Unglück ist es, den Tod vor Augen zu haben und das Gefühl, man hat  sein Leben vergeudet. „Die klügste Antwort war wohl die dritte Antwort.

Auch wir sind der Gefahr ausgesetzt, dass wir unsere Zeit vergeuden, wenn wir das Konzept, das Lebensprogramm, das uns Jesus anbietet, nicht annehmen. Sowohl in der Vergangenheit bildeten, als auch in der Gegenwart bilden sich Menschen ein,  einen neuen Sinn des Lebens ohne Gott zu entdecken. Alles Mögliche kann man ohne Gott entdecken, nur den Sinn des Lebens kann man ohne Gott nicht entdecken. Keine menschliche Erfindung ist eine Konkurrenz zum Plane Gottes. Viele Menschen denken heute, dass der Sinn des Lebens nur dann erreichbar ist, wenn man erfolgreich und reich ist und die sogenannte Ellbogentechnik gebraucht. Hauptsächlich in Amerika, aber auch in England erscheinen viele Bücher, in denen man lesen kann, wie man im Leben erfolgreich sein kann, um sich in der Welt durchzusetzen.

Ein anderes Beispiel: Ein Kind malt mit Pastell Stiften ein Haus auf ein Zeichenblatt.   Der Vater nimmt diese Zeichnung in seine Hand und meint: „Nach dieser Zeichnung werde ich ein Haus bauen.“ Wird das gelingen, wenn man nach diesem primitiven Plan vorgeht? Ich denke, es wird kaum möglich sein. Viele Menschen haben aber solch kindliche Vorstellungen von ihrem Leben. Sie meinen, den besten Sinn für Leben gefunden zu haben und kommen dann nach Jahren darauf, dass sie sich geirrt haben und ihr Leben dann in Scherben zerbrach.

Christen sollten sich einem solchen Risiko nicht aussetzen. Wir sollten nicht so gedankenlos mit unserem Leben umgehen, wir sollten nicht improvisieren. Es sollte uns bewusst werden, dass wir nicht vollkommen sind und  daher eine Buße bedürfen. Wir müssen auch nicht gescheite Bücher lesen, um den Sinn des Lebens zu entdecken. Wir haben die Evangelientexte, aus denen wir genau herauslesen können, wie wir leben sollen. Das Wichtigste ist aber, dass wir erkennen, dass unser Leben nicht mit dem Tod endet, sondern ins jenseitige Leben, ins ewige Leben mündet.

Jeder vernünftige Mensch sollte sich die Frage nach dem Sinn des Lebens stellen und dazu wollen wir doch auch gehören. Als Christen haben wir den Vorteil, zu wissen, was der Sinn unseres Lebens ist. Es hängt aber davon ab, das, was wir erkennen, auch zu verwirklichen. Es gibt da auch einen großen Unterschied zwischen „kennen“ und „wollen“. Wenn wir etwas kennen und es auch wollen, dann müssen wir das auch realisieren. Das geht aber nicht ohne die Hilfe Gottes und unser eigenes Bemühen, das sollte uns immer wieder bewusst werden.

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