4. Fastensonntag B: Joh 3,14-21.

 Veröffentlichung der Güte Gottes
Einführung
Im heutigen Evangelium werden wir von Jesus die folgenden Worte hören: „Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat.“    Sind wir uns dessen bewusst, was diese Worte für uns bedeuten? Sehnen wir uns nach dem ewigen Leben? Ist uns das ewige Leben wertvoll?

Predigt
Wenn die Wahrheit über einen Menschen, der in seinem Leben einen schweren Fehler begangen hat, veröffentlicht wird, dann ist das eine Art von Gericht. Meistens möchten diese Menschen einige Seiten ihres Lebens am liebsten verheimlichen.  Auch in der Schule gibt es Situationen, die nicht so drastisch sind, aber ebenfalls unangenehm. Der Lehrer macht öffentlich kund, dass ein Schüler sehr fleißig ist und daher die Note 1 verdient. Das baut ihn auf. Erwähnt er allerdings auch, dass ein anderer Schüler wegen seiner ständigen Unvorbereitung die Note 5 erhält, ist das peinlich für ihn.

Jesus bemüht sich immer wieder, die Wahrheit über Gott zu verkünden. Gott ist unser Vater, der uns liebt und alles versucht, um uns zu retten.  Jesus erinnert uns nicht nur theoretisch an das Handeln Gottes, sondern stellt es uns auch vor Augen. Ich denke dabei vor allem an den Tod Jesu am Kreuz.  Jesus sagte damals: „Auch wenn ihr mich töten werdet, werde ich euch lieben.” Jesus will, dass wir eine richtige Vorstellung davon haben, wie Gott ist.

Für uns Menschen ist es wichtig, die richtige Einstellung zum Glauben zu haben. Glauben bedeutet, das Dasein Gottes anzuerkennen und von seiner Güte zu sprechen. Wir müssen zu unserem Glauben stehen und davon erzählen. Wenn wir die Heilige Messe besuchen, dann bedeutet uns Gott viel und wir widmen ihm deshalb unsere Zeit. Durch unseren Glauben erwarten wir viel von Gott: Wir erwarten, dass unser Leben gesegnet und erfüllt ist. Wenn wir nicht glauben, haben wir kein Interesse an Gott und dem, was er uns sagt. Dann brauchen wir Gott nicht, wir verneinen ihn. Jesus ist unser Licht. Wenn wir ihn ablehnen, bleiben wir in der Finsternis.   Das Licht kam in die Welt, aber die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht, denn ihre Taten waren böse, so heißt es im Evangelium.

Der Weisheitsspruch sagt: „Wer will, sucht Wege, wer nicht will, sucht Gründe.”  Gott sucht nicht nach Gründen, um uns zu verurteilen, sondern nach Wegen, um uns zu retten. Die Reaktion der Menschen sollte ähnlich sein. Wir sollten nicht nach Gründen suchen, warum wir dem geistlichen Leben nicht mehr Zeit widmen können, sondern nach Wegen, es zu verwirklichen. Wer will, findet einen Weg.

Im Jahr 2003 wurde Ladislaus Fürst Batthyány-Strattmann von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen. Er wurde in Dunakiliti in Ungarn geboren. Da die Donau in seinem Geburtsort oft über die Ufer trat und den Ort überflutete, siedelten seine Eltern nach Kittsee im Burgenland um.  Als er zwölf Jahre alt war, starb seine Mutter. Seitdem träumte er davon, Arzt zu werden, um arme, kranke Menschen zu heilen. Er studierte in Wien Medizin.  Sein Traum wurde also wahr. Er wurde Arzt. Er heiratete Maria Theresia Gräfin von Coreth, und aus dieser glücklichen Ehe entstammten 13 Kinder.
In Kittsee, wo sie das alte Schloss bewohnten, errichtete er 1902 ein Krankenhaus mit anfangs 25 Betten.  Anfangs war er praktischer Arzt, dann auch Chirurg und schließlich Augenarzt. Täglich behandelte er 80 bis 100 Patienten. Batthyány wollte ganz bewusst Arzt der Armen sein. Er behandelte seine Patienten unentgeltlich und gab den Ärmsten auch Geld. Den größten Teil seines ererbten Vermögens verschenkte er.r.

Nach dem Ersten Weltkrieg übersiedelte die Familie nach Körmend in Ungarn. Auch hier errichtete Batthyány ein Krankenhaus.  Wenn Leute zu ihm kamen, die sich die Behandlung nicht leisten konnten, sagte er zu ihnen: „Beten Sie für mich ein Vaterunser.”  Vor jeder Operation betete er gemeinsam mit dem Patienten, damit Gott seine Hand führe. Wenn der Patient nach Hause ging, schenkte er ihm das Büchlein „Öffne die Augen und schau”. Das war ein Büchlein über das religiöse Leben. In seiner Familie war es so: Sie gingen jeden Morgen zur heiligen Messe. Nach der Messe beschäftigte sich Batthyány mit seiner Familie noch kurze Zeit mit Glaubensthemen. Am Abend trafen sie sich zum Rosenkranz und sprachen auch darüber, welche gute Tat sie heute vollbracht hatten..

Später wurde Batthyány schwer krank. Er musste viel leiden. Er schrieb an seine Tochter: „Gott gab mir ein glückliches Leben. Jetzt aber muss ich auch meine erheblichen Schmerzen annehmen. Das tue ich mit Dankbarkeit. Ich bin glücklich, dass ich meine Schmerzen mit Christus ertrage.“
Batthyány wurde nicht nur deshalb seliggesprochen, weil er sehr sozial lebte, sondern auch, weil er den Menschen half, ihr Leben nach Gott auszurichten.  Jeden Tag zeigte er mit seinem Tun, wie gut Gott zu ihm war. Richtiger Glaube bedeutet, sich dessen bewusst zu sein, wie sehr Gott uns liebt.  
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