Fest der Heiligen Familie 2019
Einführung
In unserem Leben gibt es besondere Momente, auf die wir uns freuen. Wir bereiten uns auf sie vor und erinnern uns noch lange an sie. Solche Momente erleben wir in diesen Tagen. Jeder erwartet sie mit Freude und erinnert sich gerne an die Treffen zu Heiligabend. Das heutige Fest hat die Absicht, uns zu sagen, dass Gott die Menschen durch die Familie erlösen will.
Predigt
Als Gott den Menschen als Mann und Frau erschuf und sie für ein fruchtbares Eheleben bestimmte, segnete er sie. Gott wusste, dass die Mehrheit der Menschen in Familien leben würde. Darum ist es nicht egal, wie das Leben in der Familie aussieht. In der Familie lernt ein Kind die Grundtugenden. In den israelischen Familien entwickelte sich tiefe Religiosität und Keuschheit und sie bewahrten den Glauben an das Versprechen Gottes. Und schließlich, als die Fülle der Zeit gekommen war, sandte Gott seinen Sohn nicht als fremdes und erhobenes Wesen, sondern als ein Kind in einer Familie. Gott sandte seinen Engel nicht zum jüdischen Hohen Rat, sondern zur Jungfrau, die mit einem Mann namens Joseph verlobt war. Und der Name der Jungfrau war Maria. Als Maria ihr Ja sagte, empfing sie den Sohn des Höchsten. Josef hörte Gottes Stimme und heiratete Maria als seine Frau. So kam das Heil in die Welt, in den Schoß der heiligen Familie. Aber das war eine wirklich heilige Familie, weil alles in ihr heilig war durch die Anwesenheit des Höchsten. Gerade durch diese Familie begann Gott das Werk der Erlösung der Menschen. Gott setzt dieses Werk durch die Familie fort. Dies kann erfolgen, indem eine Bedingung erfüllt wird. Unsere Familien müssen auch wie die Familie von Nazareth heilig sein. Die Familie von Nazareth war heilig, weil Jesus in ihrer Mitte war. Es ist notwendig, dass auch in unseren Familien Jesus anwesend ist, denn durch seine Anwesenheit werden wir geheiligt. Gerade solche Familien waren immer die wahren Werkzeuge, die Gott gebrauchte, um sein Versprechen zu erfüllen und durch sie das Werk der Erlösung zu tun. In solchen Familien wurde nicht nur das natürliche Leben von Generation zu Generation weitergegeben, sondern auch der Glauben, die Religiosität und die Liebe. Es gab Zeiten in der Geschichte der Kirche, in denen sie keine sozialen Mittel wie Schulen, Caritas oder Organisationen hatte. Sie hatte aber gute Familien, die das christliche Leben bewahrten und weitergaben.
Weder die Presse noch die Organisationen garantieren die Zukunft der Kirche, sondern christliche Familien, die mit dem Geist des Evangeliums leben. Aber vielleicht seufzen viele und fragen, wie man heute Christus in die Familien bringen kann, wenn es den Menschen gut geht und sie nur Geld brauchen, um glücklich zu sein. Vielleicht haben sie eigene Kinder vor Augen, die aufgehört haben, die Kirche zu besuchen und die Sakramente zu empfangen. Oder sie lassen ihre Kinder nicht taufen. Oder wenn sie auch taufen lassen, erziehen sie sie nicht im Glauben. Die Antwort ist einfach und gibt uns Jesus selbst. Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, bin ich unter ihnen. Erneuern wir den Geist des Gebetes in unseren Familien. Erlauben wir Jesus, in unseren Familien zu wohnen. Nur dann werden unsere Familien das Mittel sein, das Gott gebrauchen wird, um sein Heilswerk zu vollbringen. Es gibt Menschen, die keinen Sinn für das Familienleben haben. Eine Frau hat das einmal so ausgedrückt. „Wozu ist mir der Haushalt?” Ich wurde in einer Entbindungsstation geboren, wurde in einer Pension erzogen, habe meinen Mann bei der Unterhaltung kennengelernt, wir wohnen in einem Arbeitshotel und essen im Speisesaal oder im Restaurant. Oft treiben wir Sport und noch öfter gehen wir ins Café, ins Theater oder ins Kino. Wenn ich krank werde, werde ich ins Krankenhaus gehen. Und nach meinem Tod wird mich die Beerdigungsanstalt bestatten. Obwohl es sich um eine extreme Meinung handelt, sollten wir uns darüber Gedanken machen. Alle möglichen Institutionen sind an dem Leben dieser Familie beteiligt, die den Menschen von der Geburt bis zum Tod begleiten. Aber das Wichtigste ist: Gott hat dort keinen Platz. Haben Sie vielleicht noch etwas bemerkt? In dieser Familie gibt es keine Kinder. Für uns Christen kann eine solche Lebensweise natürlich kein Vorbild sein. In solchen Familien kann Christus nicht wirken.