Hl. Thomas-Enttäuschen Enthusiast, Joh 20,24-29

Jesus, der zu Thomas spricht: Weil du mir gesehen hast, hast du geglaubt, sei mit euch.

Hl. Thomas ist nach den Aposteln Petrus und Paulus der nächste, über den im Volk am meisten gesprochen wird. Sein Name, seine Person und seine Haltung gelangten in den allgemeinen Wortschatz der Menschen. Quasi täglich hören wir einen Vergleich: Du bist wie ein ungläubiger Thomas. Aber können wir über Thomas‘ Untreue sprechen?   

Jesus, du hast  die Apostel zur Nachfolge berufen. Herr, erbarme dich unser.

Du hast  mit  deinen  Aposteln  das Leben der Armut geteilt. Christus, erbarme dich unser.

Du  hast die  Apostel  zu Säule  der Wahrheit  gemacht. Herr, erbarme dich unser.

Mindestens zwei Ereignisse in den Evangelien werden uns von diesem Missverständnis seiner Person überzeugen. Als Jesus beschloss, nach Jerusalem hinaufzugehen, sagen die Jünger zu ihm: „Rabbi, erst vor kurzem wollten die Juden dich steinigen, und gehst du wieder dort?“

Thomas, ein eifriger Mann,  energisch sagt: „Lass uns gehen und mit ihm sterben.“ (vgl. Joh 11,7-16). Und als Jesus davon spricht, dass er zum  Vater geht, sagt  Thomas zu ihm: „Herr, wir wissen nicht, wohin du gehst. Wie können wir den Weg kennen?“ Und Jesus wird ihm die Wahrheit über sich selbst und den Jünger anbieten, der ihm nachfolgen will: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand wird zum Vater kommen außer durch mich.“ (vgl. Joh 14, 5-11). Erscheint Ihnen dieser Apostel lau oder ungläubig? Vielmehr können wir ihn als „enttäuschten Enthusiasten“ bezeichnen, der die Bedeutung des Ereignisses noch nicht erkannt hat.

Jeder von uns kann irgendwann einmal in einer solchen Lage sein. Bemerkenswert ist, dass Thomas in seiner Enttäuschung nicht vor der Gemeinde davonläuft. Er versetzt sich nicht in die Lage eines Täters und weigert sich nicht, mehr am Leben derer teilzunehmen, mit denen er Zeit verbracht hat und die Begeisterung enttäuscht haben (zum Beispiel flohen sie vor dem Kreuz – eine Gemeinschaft, die ihren Meister verriet) . Umgekehrt: Das Evangelium bringt uns auch die Erkenntnis, was eine solche „Ablehnung“ bewirken wird – nicht mehr aus Enttäuschung in die Gemeinschaft einzutreten. Thomas ist nicht (nicht, dass er es nicht möchte) beim ersten Treffen mit dem Auferstandenen, und dies disqualifiziert ihn für die Freude, dem Herrn zu begegnen.

Aber gehen wir zurück: Es gibt viele Möglichkeiten, von der Haltung der  Glaubensbrüdern enttäuscht zu werden. Aber es wäre ein Elend, wenn unser Glaube (der Wunsch, Christus beim Brotbrechen und in den Sakramenten zu begegnen), unsere Berufung aus der Taufe und dem sakramentalen Priestertum auf dem Verhalten anderer Glaubensbrüder aufbauen würde. Ihr Versagen und ihr schwaches Beispiel sollten uns nicht davon abhalten, in eine Gemeinschaft einzutreten, in der Christus gegenwärtig ist. Im Gegenteil, die Gemeinschaft der Sünder und ihr Zeugnis (bei Thomas sind sie zerstreute Apostel zu einer Zeit, als sie ihrem Lehrer eine Verstärkung sein sollten) wird uns zu einer wahren Erkenntnis von Gottes Werk in unserem Leben zurückführen. Genau wie Thomas.

Jesus hat die Bitten  der Menschen erhört und ihnen geholfen. In seinem Namen wagen wir, zum Vater beten.

Der Herr hat   zu den  apostel   gesagt.  Frieden gebe ich euch.   Deshalb bitten wir. 

 Selig, die den Herrn erkennen und  mit ihm eingehen dürfen, wenn er kommt  am letzten Tag. 

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