18.Sonntag B Joh 6,24-35

18. Sonntag B 2021 

Einführung

Über Religion wird heute viel geredet. Manche argumentieren, dass Religion ein Hindernis für den Fortschritt ist, dass sie  ein Überbleibsel  ist, und viele Menschen geben daher oft ihren Glauben auf. Die häufigste Ursache für diese Einstellung ist eine ungenügende  Religionserkenntnis. Eine tiefe Erkenntnis der Religion ist eine dringende Pflicht des Menschen von heute, wenn er darüber sprechen und danach leben will. Deshalb offenbart uns das heutige Evangelium eine wunderbare Eigenschaft unserer Religion, die Jesus Christus in dem Satz ausdrückte: „Ich bin das Brot des Lebens.“

Predigt

Wenn wir über diesen Satz nachdenken, werden wir die Schönheit unseres Glaubens besser verstehen. Beachten Sie, dass Jesus zwei Begriffe verwendet, Brot und Leben. Wer von uns würde auf Brot verzichten? Brot hat eine wesentliche Eigenschaft – es dient allen. Stellen Sie sich ein Brot vor, das nicht geteilt, nicht geschnitten würde. Was wird mit ihm passieren? Es wird  verhärtet und verdirbt.

Wenn Jesus also sagt, ich bin Brot, heißt das: Ich bin immer, und in jeder Weile, ohne Unterbrechung für euch, und nicht nur einmal, einmal in der Woche, im Monat oder im Jahr. Jesus steht uns also immer zur Verfügung. Was bedeutet das zweite Wort – Leben? Um Jesu Ausdruck besser zu verstehen, stellen Sie sich einen großen Warteraum vor. Er besteht komplett aus Glas und enthält viele Zierpflanzen, die damit sie leben, bewässert werden müssen. Dort ist auch ein großes Aquarium mit Fischen, die damit leben, gefüttert werden müssen. Da sitzt ein Mann in einem bequemen Sessel und schaut sich eine Bildzeitschrift an. Bei ihm ist eine andere Person, die ihrerseits die Fische im Aquarium anschaut. Du schaust da rein und sagst – er ist dort leblos. Aber warum? Dort sind doch die Menschen, Pflanzen, Fische! Und du hast recht.

Das Leben ist etwas mehr, es hat nicht nur eine biologische Seite, das Leben ist eine soziologische Angelegenheit. Das Leben ist, wo Menschen Kontakte knüpfen, sich umeinander kümmern, sich beraten, sich freuen, einander helfen – das heißt, sie kommunizieren. Wenn man in eine Halle schaut, in der Menschen kommunizieren, würde man sagen – dort ist lebhaft. Mit dem Wort Leben meint Jesus also Kommunikation, das heißt Kommunikation zwischen Menschen und zwischen Menschen und Gott. Und wenn er an anderer Stelle sagt, dass er auf die Welt gekommen ist, damit die Menschen das Leben in Fülle haben, bedeutet dies, dass er gekommen ist, um Gottes Kommunikation mit den Menschen aufzubauen. Und das ist die wunderbare Bedeutung unserer Religion.

Überlegen Sie, warum die  Religion in der Vergangenheit oft als Opium bezeichnet wurde. Es war auch ein bisschen die Schuld der Christen, die die Worte Jesu, des Brotes des Lebens, nicht in Fülle und Ganzheit annahmen. Sie vernachlässigten die Kommunikation zwischen den Menschen und konzentrierten sich nur auf die Kommunikation zwischen Gott, und dann sie waren gleichgültig gegen viele, Menschen, die hungrig, durstig, obdachlos, nackt, krank, im Gefängnis waren. Sie befriedigten sich, indem sie sagten, dass sie, eine gute Beziehung zu Gott haben, und wenn sie in diesem Zustand verharren, schließlich den Himmel als Belohnung erhalten würden. Aber Jesus verkündete das Gegenteil, dass sie in den Himmel kommen würden, wenn sie den Hungrigen zu essen geben, den Durstigen zu trinken und die Wanderer zu beherbergen, die Nackten anzuziehen, die Kranken zu behandeln …

So kommen die Menschen nach der Lehre Jesu nicht wegen der Armut in den Himmel, sondern wegen der Beseitigung der Armut, nicht wegen der Unaufmerksamkeit gegenüber den Menschen, sondern für lebendigen Kommunikation mit den Menschen. Deshalb betet die Kirche nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil nicht mehr: Herr, gibt, dass wir die irdischen Sachen verachten und die himmlische lieben, sondern: Herr gibt, dass wir  die irdischen Sachen  richtig benützen und so zu Dir  kommen. Daher sollte der nachkonzile  Christ nicht nur Interesse an der Kommunikation mit dem Himmel, sondern auch das Interesse  an der Kommunikation mit der Welt. So wird  der Philosoph der  erklärte , dass  die Religion das  Opium des Volkes ist, heute nicht mehr recht.

Daraus folgt, dass wir Christen nach dem Konzil die Fehler der Christen vergangener Jahrhunderte nicht länger fortsetzen können. Wir betonen nachdrücklich, dass Jesus die heilige Kommunion in der Messe nicht zum persönlichen Vergnügen einrichtete, sondern damit wir  kommunizieren, kommunizieren mit Gott und mit den Menschen. Daher wird die Heilige Kommunion genannt – das heißt die Gemeinschaft  oder Vereinigung. Ein französisches Magazin schreibt über die Gesellschaft junger Männer und Mädchen in Marseille, die in der Wohnung ihres Freundes eine Tanzparty organisierten. Während sie tanzten, läutete die Klingel. Peter ging, um  zu öffnen. An der Tür stand ein Mieter, der unten wohnte  und sehr höflich bat, damit sie sich  leiser  amüsieren, da er und seine Mitbewohner früh aufstehen müssen. Peter sagte das, der Gesellschaft, die sofort ins Gelächter ausbrach: „Das ist Robert, der Narr!“

Peter war neugierig, was das bedeuten soll und erfuhr, dass Robert  verrückt sein muss, denn er gibt alles, was er hat den Armen und tut sehr viel für  die Armen. Dann, als Peter durch die dunkle Nacht nach Hause  ging, klangen in  seinen Ohren: „Robert – ein Narr!“ Am nächsten Tag dachte er  an Robert. Am nächsten Tag  rief er Robert  an, und sagte zu ihm, dass er war der, der gestern  ihm  die Tür geöffnet hat und dass er mit ihm  gerne treffen möchte. Robert antwortete ihm herzlich  und lud ihn zu einem Besuch ein. Peter kam zum Besuch, er stellte sich vor und begann ein  Gespräch. Es hat sich ergeben, dass Robert ein Arzt ist  und hat in der Untermiete einen Arzt , einen Beamten  und einen Lehrling. Sie sind gute Freunde, und sie  verbindet  eine wahre Brüderlichkeit, weil sie sich in der Eucharistie mit Jesus vereinen und unter sich als seine Brüder leben. Sie haben alles gemeinsam als die ersten Christen, und was überflüssig ist, sie geben es den Armen, weil sie erstaunt feststellen, dass jeder, der Liebe besitzt, ziemlich reich ist. Peter war bewegt vom Leben dieser vier Freunde. Je besser er sie kannte, desto mehr sah er  wie die Liebe Gottes im Brot des Lebens auf die Erde herabsteigt und zu einem konkreten Band zwischen diesen Menschen wird. Ihr Leben zog ihn an.

Er hat sich für Jesus entschieden und hat sich seitdem verändert. Er gab seinen früheren Egoismus auf und stellte fest, dass sein Leben erst jetzt einen Sinn bekam . Dies ist auch für uns eine großartige Lektion, denn wir haben die Schönheit und Bedeutung der Religion für den Alltag gezeigt. Wir beten, dass wir diese Schönheit auch den Menschen zeigen können. Lasst uns danach streben, die Liebe Jesu im Leben eines jeden von uns sichtbar und spürbar zu machen. Kraft für diese anspruchsvolle und verantwortungsvolle Arbeit sollen wir aus der Eucharistie schöpfen. Möge uns für nächste Woche die Kraft die heutige heilige Kommunion zu   geben, damit wir  in der  Kommunikation mit unseren Nächsten nicht versagten, sondern ihnen vorstellen und zeigen  den verherrlichten Christus.

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