Jesaja 40,1-11

Tröste, tröste mein Volk, sagt dein Gott. Der zweifache Aufruf zum Trost bildet die feierliche Verheißung des zweiten Teils des Jesaja Buches, das deshalb auch das Buch des Trostes genannt wird. Das Verb trösten und  davon abgeleitete Wort ,,Tröster“ kommt danach bis zum Ende der prophetischen Schriften recht häufig vor. Er bezieht sich vor allem auf den Bericht über die Befreiung aus der babylonischen Gefangenschaft und in der eschatologischen Perspektive auch von allen Formen des Götzendienstes, die durch die erneuerte Liebe des HERRN bewirkt wird, der sein untreues, bedrängtes Volk wieder aufnimmt. Es ist jedoch nicht leicht, die Adressaten dieses Aufrufs zu identifizieren. Sie sind die Propheten oder die Priester?  Die Bande zwischen meinem Volk und deinem Gott erinnern an einen einmal geschlossenen Bund, der unwiderruflich ist. Mit dem Herzen sprechen bedeutet, überzeugend, eindringlich, aber auch vertraulich zu sprechen, oft im Sinne ,, sich bewerben um die  Liebe  jemanden. Jerusalem soll zu dem Band der Liebe zurückkehren, der  ihn mit seinem Gott verbindet. Der Sklavendienst, den er zu leisten hatte, war die Folge seines Fehlverhaltens; dies ist nun mehr als ausreichend gesühnt, denn das Maß der Strafe ist erfüllt. Auf dem Weg der Rückkehr, der durch die Wüste führt, sollen alle Hindernisse beseitigt werden. Im Osten wurden die öffentlichen Straßen nur wenig gepflegt, so dass sie sich in einem schlechten Zustand befanden und viele Unregelmäßigkeiten aufwiesen, die es sehr unbequem machten, auf diesen Wege  zu gehen. Sie wurden jedoch zumindest dann repariert, wenn der Herrscher sie betreten wollte. Es ist jetzt Gott selbst, der sein auserwähltes Volk in sein Land zurückführen wird. Die Stimme, die hier schreit, ist die Stimme des Propheten, der dazu aufruft, die richtigen Bedingungen für das erlösende Eingreifen des Herrn zu schaffen. Bereitet dem Herrn den Weg   und macht richtig  seine  Steige.  Diese Aussage wird  im Zusammenhang mit dem aufrüttelnden Wirken von Johannes dem Täufer zitiert . Vg. Mt 3:3 Mk 1:3 Lk 3:4-6

 

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