Er, der mächtig ist, hat Großes an mir getan“ Lk 1,49.

F. Scheun war zu Besuch bei einem Großindustriellen. Sie saßen in ihrem Büro und unterhielten sich miteinander. Dieser Finanzmagnat muss jeden Moment zum Telefon gegriffen haben. Er entschuldigte sich. Das Gleiche geschah beim Mittagessen. Er wurde immer wieder durch das Telefon unterbrochen. Dann sagte er plötzlich: „Exzellenz, Sie sehen, wir verschwenden keine Minute. Scheun schwieg zunächst, dann sagte er: Aber am Ende verliert man alles. Sie werden Ihre Frau verlieren, weil Sie keine Zeit für sie haben. Sie werden die Kinder verlieren, weil Sie keine Beziehung zu ihnen haben. Du verlierst deine Gesundheit, weil du durch den Stress einen Herzinfarkt bekommst. Und am Ende verliert man seine Seele, und damit verliert man alles.

Lukas fängt im Magnifikat die Freude ein, mit der Maria zum Haus des Zacharias ging, um ihm zu sagen: „Meine Seele preist den Herrn… Diese Freude, die jetzt nur ihr gehörte, sollte bald die gemeinsame Freude aller werden. Jesus in seinem Herzen zu haben, ist eine Quelle der Freude und des Friedens. Die letzte Generation der Rothschilds war Milliardäre. Vor ihrem Palast saß ein Handwerker, der Steinblöcke verlegte. Gelegentlich schaute er durch die großen Fenster und seufzte. Ich habe einen Wagen und ein Stück Brot und er lebt. Der alte Rothschild schaute von oben herab. Seine Frau war an Krebs gestorben, obwohl alle Experten der Welt zu ihrer Untersuchung hinzugezogen worden waren.

Die Tochter war taubstumm und der Sohn Oskar war ein Einzelgänger, er beging Selbstmord. Der alte Mann saß in dem großen Haus wie in einem Käfig, er hatte Luft darin und konnte kaum atmen. Er hatte alles und in Wirklichkeit nichts vom Leben. Ihm fehlte es an Freude, Ausgeglichenheit und der Verherrlichung Gottes. Wenn wir das Gefühl haben, dass unser Leben selten zu einem freudigen Magnificat wird, liegt das wahrscheinlich daran, dass wir alles, was wir von Gott erhalten, als selbstverständlich ansehen. Von nun an wollen wir mehr wie Maria sein, die durch ihre Demut die Größe von Gottes Geschenk – Jesus – hervorhob. Herr, wir danken dir für all die Gaben, die du uns täglich auf sichtbare Weise schenkst. Vor allem aber für das, was du in unsere Seelen und Herzen legst: Glaube, Hoffnung und Liebe.

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